Reaktionen - OGI Oil & Gas Invest AG


Am 18. Februar 2015 veröffentlichte ich eine Risikoanalyse zu OGI Oil & Gas Invest AG  (zu finden unter Research : “OGI Oil & Gas Invest AG” ).

Diese Analyse endete mit der Empfehlung an die einem solchen Investment zugeneigten Anleger, sich alle, in dieser Analyse  aufgezeigten Defizite/Fragen, welche normalerweise der Anleger vor der Eingehung eines Investments wissen sollte, belegen zu lassen, da es mir nicht gelungen war, diese beantwortet zu bekommen.

Am 28.10.2018, also bald 4 Jahre später erhielt ich dann von Herr Wagentrotz nachfolgendes E-Mail:

 

“Sehr geehrter Herr Emde,

bitte nehmen Sie den o.a. Artikel über mich vom Netz, da ich mich sonst genötigt sehe, gegen Sie eine gerichtliche Einstweilige Verfügung zu erwirken.

Ich bin schon seit 2015 nicht mehr Vorstand der OGI AG. Der Vertrieb des  Nachrangdarlehen wurde Ende 2015 eingestellt. Ihre weiteren Behauptungen entbehren jeglicher Grundlage und sind gänzlich obsolet.

Ich setzte Ihnen hiermit eine Frist bis zum 10. November 2018.

Sollte Ihr o.a. Bericht dann immer noch in den Suchmaschinen erscheinen, übergebe ich die Angelegenheit meiner Anwaltskanzlei.

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Wagentrotz”

 

Den weiteren (unsachlichen) Schriftverkehr hierzu möchte ich dem geneigten Leser ersparen, allerdings bleibt zu diesem E-Mail / zu dieser Drohung folgendes anzumerken:

Vorab muss darauf hingewiesen werden, dass die Oil & Gas Invest AG am 6. Juni 2018 Insolvenz anmelden musste. Das Verfahren wurde am 15.Juni 2018 eröffnet.

Wie man aus diversen Berichterstattungen zu OGI Oil Investment AG / zu Jürgen Wagentrotz entnehmen konnte, mussten am 22. Mai 2015, also drei Monate nach meinem Blogbeitrag/meiner Risikoanalyse, auf Verfügung der Bonner Finanzaufsicht (Bafin) die zu diesem Zeitpunkt eingesammelten Nachrangdarlehen mit Garantie des Alleinvorstands Jürgen Wagentrotz in Höhe von €4,5 Millionen zurück gezahlt werden, da bei Nachrangdarlehen ein solches Garantieversprechen nicht erlaubt ist.

Somit muss man Herr Wagentrotz dies positiv anrechnen, dass er dann – wenn auch nach Verfügung der Bafin –  dieses Garantieversprechen eingehalten hat.

Danach scheinen dann Nachrangdarlehen ohne Garantieversprechen des Herrn Wagentrotz aufgelegt worden zu sein. Wenn die Berichte stimmen, müssen jetzt 500 Zeichner  von € 58 Millionen Nachrangdarlehen, Unternehmensanleihen und Wandelschuldverschreibungen nach der Anmeldung der Insolvenz um Ihr Geld bangen.

Entgegen der Behauptung von Herrn Wagentrotz, dass er „seit 2015“ (Anfang oder Ende 2015?) nicht mehr Vorstand  der Ogi AG ist (gemeint ist damit anscheinend die Oil & Gas Invest AG), ergab meine Recherche allerdings, dass Herr Wagentrotz von 2012 bis Oktober 2017 die Funktion des Vorstandsvorsitzenden der Ogi Oil & Gas Investment AG eingenommen hatte, allerdings mit Unterbrechung vom Oktober 2015 bis Mai 2016, in welcher ein Grafiker (?) den Vorstandsvorsitz innehatte (nachzulesen im einem Interview, welches Herr Wagentrotz der „Samstags Zeitung“ am 8.6.2018 gegeben hat) .

Bereits im Dezember 2017 (2 Monate später) hat dann der neue  Vorstandschef Herr Schilz die 500 Zeichner um ein Moratorium gebeten und die Zinszahlungen ausgesetzt

Insofern kann sich Herr Wagentrotz nicht aus der Verantwortung stehlen mit seiner Behauptung, dass er 2015 aus dem Vorstand ausgeschieden sei. Nach Rückzahlung der von ihm garantierten Nachrangdarlehen wurden Anlagegelder – gemäß Presseberichten – in Höhe von € 58 Mio aufgenommen u.a.  über echte Nachrangdarlehen. Und es ist kaum vorstellbar, dass diese € 58 Mio. Anlagegelder in 2 Monaten, d.h. vom Oktober 2017 bis Dezember 2017, in welcher Herr Wagentrotz nicht mehr Vorstandschef war, eingesammelt wurden.

Somit bleibt mit Spannung abzuwarten, zu welchem Ergebnis der Insolvenzverwalter kommen wird.

Es ist doch immer wieder erstaunlich, welche abenteuerliche Investments die Anleger eingehen und dann jammern, wenn Sie Geld verlieren. Bei vielen scheint der gesunde Menschenverstand von der Dummheit der Gier überdeckt zu werden.

10. November 2018

Elmar Emde

Autor des Buches “Die strukturierte Ausbeutung”

 

 




Bankenmisere


In 2003 verfasste ich folgende Analyse unter dem Titel

“Kartell der Schönfärber oder die McKinsey / Boston Consult Connection”

welche die damalige Situation der Geschäfts-/Grossbanken schilderte.

Festgehalten werden kann, dass sich an dieser Situation wenig geändert hat und die Gross- / und Geschäftsbanken immer noch mit den alten Problemen kämpfen, verschärft durch das online-Banking und die katastrophale Geldpolitik der EZB.

Die Banken in Deutschland, insbesondere die Geschäfts-/Großbanken mit einer über hundert Jahre alten Tradition und Geschichte, befinden sich derzeit in einer ihrer schwersten, ja sogar existenzgefährdendsten Situation. Innerhalb weniger Monate müssen Milliarden-Euro-Verluste hingenommen werden, Stellenabbau im großen Stil und damit Unterstützung des negativen wirtschaftlichen Trends ist das weitere Ergebnis. Obwohl sich die Wirtschaft noch nicht in einer Rezession befindet, die Banken in der Vergangenheit aber schwerste Rezessionen ohne größere Blessuren überstanden/überlebt haben, fragt man sich, warum gerade die Banken nur in Deutschland mit solch katastrophalen und existenzgefährdenden Ertragseinbrüchen zu kämpfen haben.
Die Gründe hierfür liegen schon einige Jahre zurück und haben ihren Ursprung etwa Mitte der 90er-Jahre im Zuge der shareholder-value-Hysterie, massiv angeheizt aus dem angelsächsischen, insbesondere dem US-amerikanischen Raum, dem Sitz vieler bekannter Investmentbanken und vor allem von Unternehmensberatungsgesellschaften, an vorderster Front McKinsey und Boston-Consult.
Diese über sehr eloquente und rhetorisch begabte Berater verfügende Gesellschaften schafften es in Co-Produktion mit den sie beratenden Investmentbanken wundersamer weise, nahezu sämtliche Vorstände der deutschen Banken von einer Neugestaltung der deutschen Bankenlandschaft zu überzeugen, eben um den „shareholder-value“ zu erhöhen. Strategie war nunmehr das Zauberwort, an welchem kräftig gearbeitet und gebastelt wurde und welches „Analysten“, insbesondere Moody’s und Standard Poor für eine positive Berichterstattung einforderten.
Der Analysten-Wahnsinn begann.
Heraus kam aber überall dasselbe Produkt, nämlich ein Kosteneinsparungsprodukt (was denn sonst!), genannt auch Zentralisierung und Personalabbau, hauptsächlich im Kreditsektor. Verkauft wurde es als „Bündelung der Kräfte“ / „Verkürzung der Entscheidungswege“ und führte dazu, dass lokale Expertisen abwanderten und man ältere und erfahrene Banker – inzwischen zu teuer geworden – im Zuge der damit einhergehenden Filetierung der Bereiche und Schaffung neuer Stabsstellen in die Wüste des für die Bank zu teuren Vorruhestands schickte und sie durch deutlich jüngere, angeblich „dynamischere“, aber dafür in allen Belangen unerfahrenere Kollegen, ausstaffiert mit Einser-Abitur, Top-Studien-Abschlüssen und Eloquenz ersetzte. Dieser Jugendwahn gipfelte letztlich darin, dass es zum guten Ton eines Bankhauses gehörte, junge Banker weit unter vierzig, ausgesucht und durchgecheckt von McKinsey/Boston-Consult, mit wenig Kunden- und Markterfahrung in den Vorstand zu berufen, dienten sie, ausgestattet mit einem Schnellkursus im Kreditgeschäft, jedoch nur den Vorstandsvorsitzenden als wohlgesinntes Stimmvieh.

In dieser Zeit fanden eine Menge Unternehmensberater dieser Gesellschaften, letztlich die Karrierebereiter dieser „New Generation“, einen neuen wohl dotierten Job bei diesen Banken, hatten sie doch diese neue Philosophie umzusetzen, was sie dann auch in jugendlicher und weltmeisterlich dilettantischer Art vollzogen.
Nur noch Banker weit unter vierzig, eloquent und dynamisch oder Quereinsteiger aus dem Dunstkreis dieser amerikanischen Unternehmensberatergesellschaften waren gefragt, hatten die besten Karrierechancen und wurden nunmehr in die wichtigsten Entscheidungsgremien der Banken berufen. Diese verfuhren dann ähnlich wie ihre Karrierebereiter und besetzten die weiteren Führungspositionen ebenfalls mit diesem jungen Muster. Am Ende hatte man das Gefühl, dass die Banken nur noch Mitarbeiter um die dreißig, höchstens Anfang vierzig beschäftigten. Selbst die bei NTV zu Wort kommenden Analysten der diversen Banken erweckten den Eindruck von Studienabgängern.

Das Pech dieser neuen Philosophie bestand aber nun darin, dass zwar die Bruttoerträge in gewohnter Weise zwar stiegen, die Nettoerträge aber weit hinter den Erwartungen blieben, sogar ins Negative abrutschten. Die Strategen hatten nicht bedacht, dass Zentralisierung sowie die Neugestaltung von zusätzlichen Fachbereichen zu übergroßen Wasserköpfen und hohen Reibungsverlusten führten, grundsätzlich übermäßig mehr Bürokratie bedeuten und damit deutlich höhere Kosten verursachten. Des Weiteren verursachte der Personalabbau in Kredit-Back-Office zusammen mit den nunmehr blauäugigen jungen Kundenbetreuern zu ansteigenden Wertberichtigungen im Kreditgeschäft.

Glücklicherweise überdeckte die durch die theoretisch hoch gebildeten, aber praktisch total unerfahrenen Analysten und Investmentbanker angeheizte positive Stimmung auf den Neuen Markt diese Fehlleistungen, beschleunigte allerdings den Abbau der traditionellen Bankgeschäfte, im Wesentlichen das Kreditgeschäft (wegen der Wertberichtigungen). Dieses Traditionsgeschäft lag den auf schnelles Geschäft geeichten (Investment-)Bankern aufgrund der Kompliziertheit dieser Materie sowieso nicht. Zudem hatten doch „kluge“ und im Wesentlichen jugendliche McKinsey/Boston-Consult Berater herausgefunden, dass das Kreditgeschäft alleine betrachtet unrentabel wäre und man deshalb doch das Provisionsgeschäft, sprich das viel profitablere Wertpapiergeschäft den Vorzug geben sollte.
Kreditgeschäft war somit total out und war nur noch mit hohen Kreditmargen genehmigungsfähig. Die New Generation hatte jedoch noch nicht erfahren und erlebt, dass hohe Kreditmargen hohes Kreditrisiko bedeuten, ebenso im Übrigen auch hohe Renditen im Wertpapiergeschäft durch zu großer Beimischung von risikoreichen Aktien, die hochgejubelte Wunderwaffe des Anlagespektrums. Mit dieser jugendlichen Blauäugigkeit wurde aber eine Basis geschaffen, welche zu der heutigen katastrophalen Situation u. a. führte.

Als Äquivalent für das rückläufige Kreditgeschäft wurde dann massiv in den personellen Ausbau des Investmentbankings investiert, galt es doch nunmehr als die neue Königsdisziplin des Bankgeschäfts.
Der neue Karriereweg lautete: Man muss Investmentbanker sein, kein Deutsch können und vor allem das Glück der späten Geburt haben,   d. h. unter vierzig oder gerade mal vierzig sein.

Investmentbanker tauchten somit in den Entscheidungsgremien auf und gaben, bzw. geben immer noch den Ton an.

Diese goldene Zukunft währte allerdings nur eine kurze Zeit und fand ihren jähen Absturz im Frühjahr 2000. Hektische Fusionsgespräche zuerst mit der einen und dann mit der anderen Bank war die Folge und wurden verkauft als „Schaffung von Schwergewichten mit akzeptablem Marktanteil“ und „genügender Rendite“. Nachdem diese Gespräche scheiterten suchte man sein Heil in einem weiteren und verstärkten Ausbau des Investmentbankings, kaufte zu völlig überteuerten Preisen „Investmentboutiquen“, insbesondere aus Amerika hinzu, obwohl sich auf diesem Markt das Investmentbanking bereits in einem Absturz befand.
Traditionell profitable Bereiche wurden daraufhin mit dem Investmentbanking verschmolzen, diesem dann auch noch untergliedert zwecks Überdeckung des äußerst defizitären Investmentbankings. Graben-kämpfe zwischen den Investmentbankern und den Corporate-Bankern (Firmenkundenbetreuern) waren die Folge und lähmen derzeit die Banken zum großen Schaden der Kunden und der Volkswirtschaft.
Das Privatkundengeschäft erlebte in dieser Zeit ebenfalls ein Bad der Gefühle. Einmal war es der Verlustbringer, wurde aufgeteilt und mit neuem Namen versehen zwecks evtl. Verkaufs, das andere Mal war es dann wieder der Dividendenzahler und das ertragsreichste Segment. Zu guter Letzt „erhöhte“ (?) man die Vertriebskraft (?) durch Schließung von ohnehin in der Fläche mager vertretenen Filialen (?).
Die Auswirkungen dieser dilettantischen Fehlleistungen und Kostenproduktionen sind ganz klar an der Börsenentwicklung abzulesen. Seit März 2000 brach die Börsenblase zusammen, sei Anfang 2000 wurde den jugendlichen Bankern klar, dass operativ die von den Angelsachsen vorgegebenen Renditen von 15% im Kreditgeschäft nach Steuern keinesfalls zu erreichen waren. Der Verkauf von eigenen Wertpapierbeständen zwecks Beschönigung der Ertragslage / Aufdeckung der stillen Reserven wurde sukzessiv schon in 1999 gestartet und damit der negative Börsentrend permanent bis heute aufrechterhalten, vielleicht sogar damit ausgelöst.
Bestes Beispiel hierfür zeigte vor wenigen Monaten die Deutsche Bank, welche bei sehr niedrigen Kursen von Daimler Benz einige Prozent Anteile an der Börse sukzessive platzieren konnte. Wie groß muss in diesem Bankhaus, welches unverändert auf das Investmentbanking global setzt, der Druck sein? Es liegt die Vermutung nahe, dass aufgrund der sehr negativen Erfahrungen vieler Depotkunden zusammen mit den Großpleiten in den USA die Börse auf Jahre hinaus von einer Vertrauenskrise und somit Lethargie überschattet sein wird. Ärgerlich für viele Depotkunden ist nur, dass am Schalter wider besseren Wissens permanent von Einstiegskursen gesprochen wurde und diese damit zur Schönfärbung der Bankbilanzen beigetragen haben.
Das i-Pünktchen dieser Geschichte ist die vorgesehene Einführung der Grundsätze nach Basel II, denen bereits die MAK’s (Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft), beraten und beschlossen mit Unterstützung der „angelsächsisch angehauchten New Generation à la Boston-Consult/McKinsey“, voraus eilten. Absicht dieser Mindestanforderungen ist die künftige Vermeidung von Kreditrisiken und dient letztlich nur den zwischenzeitlich in allen Gremien der Banken vertretenen Investmentbankern als Alibi, das nicht geliebte Kreditgeschäft auf nur äußerster Sparflamme zu fahren. Das Prekäre an diesen MAK’s ist jedoch die Trennung von Kreditvertrieb und Kreditentscheidung, bedeutet unterm Strich Kreditentscheidung durch introvertierte und unternehmerisch nicht qualifizierte Bankmitarbeiter, die diese Zuschiebung der Verantwortung nicht zu ihrem Berufsziel auserkoren hatten. Worst Case ist daher vorsichtshalber die Richtschnur dieser jungen, jetzt auch Analysten genannten Banker, welche diesbezüglich unterstützt werden durch pseudowissenschaftliche und auf Ablehnung geeichte, aus den USA eingekauften Ratingsysteme. Die stark negativen Auswirkungen auf die Volkswirtschaft werden nicht ausbleiben, bzw. zeigen bereits sehr negative Wirkungen.
Was ist zu tun? Die Filetierung des Bankgeschäfts nach amerikanischem Muster hat zu großen Wasserköpfen, zu Entscheidungsnotstand und hohen Kosten geführt. Druck in allen Bereichen und übermäßiges, nicht zielführendes Kostendenken ist an der Tagesordnung und führt zu weiteren Fehlentwicklungen. Ein sukzessiver Rückbau ist angesagt durch Implementierung der verloren gegangen Selbstverantwortung in den Filialen als Einheit und einer schon lange eingeforderten verlässlichen und leistungsbezogenen Vergütung der Mitarbeiter.
Das Investmentbanking kann nicht das beherrschende Modul des Bankgeschäftes sein, es ist und bleibt ein Spezialgebiet mit hoher spezieller Expertise, zumal der Kapitalmarkt anscheinend auf Jahre hinaus nicht mehr die Bedeutung haben wird, welche für das Investmentbanking benötigt wird. Darüber hinaus denken Investmentbanker nur transaktionsbezogen und nicht ausgerichtet auf die Schaffung einer langjährigen positiven Kundenbeziehung.
Hinsichtlich des Kreditgeschäftes, der Türöffner für viele Provisionsgeschäfte, muss es wieder möglich sein, die unternehmerische Kompetenz der Kreditnehmer höher zu bewerten als bisher. Schlechte Bilanzen werden durch gutes Management wieder besser, gute Bilanzen werden durch schlechtes Management wieder schlechter. Im Kreditbereich aus Kostengesichtspunkten noch weiter abzubauen ist der falsche Weg. Aufbau diesbezüglicher Kapazitäten zwecks professionellem Handling des immer bestehenden Kreditrisikos ist der richtige Weg.

Ob diese Maßnahmen/die Sanierung mit den derzeit bekannten und für diese Entwicklung verantwortlichen Vorständen, intern schon mit den Spitznamen „executive-boys“ tituliert, von Erfolg gekrönt sein wird, muss sehr stark bezweifelt werden. Vor allem sollten sich die Banken von diesem Jugendwahn verabschieden, Jung und Alt wieder mischen und sich dann auf ihren eigenen unternehmerischen Sachverstand zurückbesinnen und nicht wie dummer Lämmer jeder modischen McKinsey/Boston-Consult Empfehlung hinterherzurennen, zumal diese Empfehlungen jeder Bank angeboten werden. Die Empfehlungen der amerikanischen Berater insbesondere von McKinsey, welche – O-Ton-FAZ –„ zu den wichtigsten Beratern der in Schwierigkeiten steckenden deutschen Banken gehören“ (!!!!!!!) und somit die Auslöser dieser Bankenmisere sind, sollten schleunigst in den Papierkorb wandern.

10. September 2018

Elmar Emde

Autor des Buches “Die strukturierte Ausbeutung”




Trumps ärgster Feind


…nämlich die Bildung.

Bildung ist Frieden stiftend, Bildung erhöht den Wohlstand und Bildung ist der ärgste Feind des Populismus, denn dieser greift nur bei der Masse an Personen minderer Bildung .

Nicht ohne Grund zerstören die Taliban die Schulen reihenweise, um das afghanische Volk nur die radikale Denkweise des Islam näher zu bringen und nicht ohne Grund hat die katholische Kirche die Verbreitung der gedruckten Bibel mit allen Mitteln versucht zu verhindern, um nicht das Meinungsmonopol über den Glauben und damit die Macht über die Menschen zu verlieren. Es gab sogar Zeiten, in denen Menschen hingerichtet wurden, wenn sie übersetzte Bibeln in der Landessprache abgedruckt und verkauft hatten.

Schaut man nun rüber in die Vereinigten Staaten, was derzeit nur ein verstörter Blick sein kann, wo Trump den Bildungsetat  nun um 13% = 9 Milliarden US$  zugunsten der Aufstockung des Militärbudgets kürzen wird, beschleichen einem ähnliche Gedanken. Schon jetzt müssen dort die Schüler mit Jahre alten Geschichtsbücher auskommen, die nicht einmal den tragischen 9/11 Anschlag  vom 11.September 2001 beinhalten.

Das Bildungssystem in den USA war bisher schon sehr schlecht,  – in der PISA Studie liegen die USA auf Platz 25 – und mit dieser neuerlichen Streichung des Budgets wird es sicherlich nicht besser.

Wen wundert es, haben doch die USA einen Populisten der reinsten Art als Präsidenten, dessen Bildungsquotient vermutlich sehr tief liegt (hat erst kürzlich die US-Flagge in einem Kindergarten falsch ausgemalt). Jeder vernünftige Mensch weltweit fragt sich, wie ein solcher Flegel-Typus Präsident der Vereinigten Staaten werden konnte. Die Antwort liegt sicherlich im nicht sehr hohen Bildungsstand der US-Bürger, welchen nur wenige mit sehr viel Geld genießen dürfen.

Das erklärt auch, warum Trump den Bildungsetat gekürzt hat und weiter um 5%  kürzen will. Ein weiterer Schritt, um seine Stellung als Präsidenten zu sichern, denn nur Bürger minderer Bildung werden ihn wählen. Arme USA.

4. September 2018

Elmar Emde

Autor des Buches “Die strukturierte Ausbeutung”




Digitalmanie der Banken


Vor einigen Tagen veranstaltete das Handelsblatt eine Diskussions- und Vortragsreihe unter dem Titel „Banken im Umbruch“, wobei viele prominente Vertreter der Finanzwirtschaft zu Wort kamen und Ihre Prognosen abgeben konnten.

Interessant waren hierbei die Aussagen von Herrn Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Bank und Herr Martin Zielke, Vorstandsvorsitzender der Commerzbank.

Die abgedruckten Vorträge dieser Herren und das Interview mit Herr Sewing, geführt vom Chefredakteur des Handelsblattes, Herrn Sven Aufhüppe, hatten im Wesentlichen nur die anstehende Digitalisierung und nochmal Digitalisierung und nochmal Digitalisierung zum Thema, als wäre es die Erfindung schlechthin und die Innovation des jetzigen Jahrhunderts.

Bei der für meinen Geschmack nunmehr zu großen Fokussierung der Banker auf die Digitalisierung wird allerdings vergessen, dass die Bankdaten schon längst alle digitalisiert sind, die Banken aber nur unzureichende, lt. Herrn Cryan lausige  Systeme verfügen, diese entsprechend auszuwerten. Frage wäre nur, was die Banken mit diesen Daten dann anfangen? Werden sie dann zu Produkt-Vertriebsmaschinen, zu einer Discount-Gesellschaft mit Angeboten für alle möglichen und käuflich zu erwerbende Produkte und Dienstleistungen? Verkaufen sie dann Ihre Erkenntnisse wie Mastercard & Co. an die Werbewirtschaft usw. usw.

Mit dieser Fokussierung hoffen beide Banken – und auch andere – ihre schlechte wirtschaftliche Lage damit überdecken zu können und dass jetzt dadurch bessere Zeiten anbrechen werden. Vom eigentlichen Anker – Geschäft dieser beiden Kreditinstitute, nämlich dem Kreditgeschäft, war in diesem Interview und in beiden Vorträgen nichts zu lesen. Halt, doch Herr Sewing hatte einmal das Wort „Kredit“ in den Mund genommen und zwar  im Zusammenhang mit „Kredithandel, letztlich eine Spezialität der Investmentbanker.

Und da wären wir wieder bei meinen Freunden, den Investmentbankern. Lt. Herrn Sewing wären sie ja auch wichtig im Devisenhandel (den gab es früher auch schon ohne Investmentbanker) und – wenn man seinen Vortrag richtig interpretiert – beim Gestalten des Finanzprodukteregals, d.h. in der Kreation von strukturierten Finanzprodukten, welche bei der sich herauskristallisierenden Plattformökonomie à la amazon der Banken unverzichtbar wäre.

Kurzum, die Deutsche Bank wird weiterhin von der sie ausnehmenden Spezies der Investmentbanker in Zusammenarbeit mit den Beratungsgesellschaften McKinsey und Boston Consult beherrscht, das unverändert rückläufige Kreditgeschäft wird zunehmend  über die Kapitalmarktseite bedient werden, die Plattformökonomie wird die Bankenlandschaft weiter dezimieren, überfordern wie Herr Sewing von sich gab, und damit uns Bankkunden weiterhin und verstärkt über diese Monopolstruktur strukturiert ausbeuten. Letztlich alles Entwicklungen, welche Herr Draghi mit seiner katastrophalen Geldpolitik losgetreten hat.

Vorteil für die Banken. Alle Risiken dieser Welt werden über diese Plattformen auf die Anleger abgewälzt und wehe dem, der keinen vernünftigen Vermögensberater hat und welcher nicht die komplexen Risiken der strukturierten Finanzprodukte kennt. Und wehe dem Kreditnehmer, dessen Kredit bei den Hedgefonds landet, welche damit Dinge treiben, welche nicht im Sinne des Kreditnehmers sind.

Dann haben wir wieder die starken Banken mit Milliarden-Gewinne pro Quartal ohne sich dabei den Kopf zu zerbrechen, wem diese Milliarden weggenommen wurden. Armer Privatkunde, armer Mittelstand.

3. September 2018

Elmar Emde

Autor des Buches “Die strukturierte Ausbeutung”




Seuche Aktienrückkauf


Unter den Vorständen von Aktiengesellschaften gehört es zum guten Ton, eigene Aktien zurückzukaufen. Man findet kaum mehr eine Publikumsgesellschaft in Form einer Aktiengesellschaft, welche keine eigenen Anteile auf ihrer Aktivseite der Bilanz verbucht hat.

Wie in meinem Beitrag vom 19.11.2917 (Aktienrückkäufe verringern Eigenkapital) dargelegt, reduzieren eigene Anteile das Eigenkapital und erhöhen die Verbindlichkeiten. Allerdings lassen sich damit Kennzahlen produzieren, welche nur einer kleinen Schar von Top-Managern zugutekommen, da ihre Verträge an gewisse Parameter, wie z.B. Kapitalrendite und höherer Aktienkurs gekoppelt sind, welche durch Aktienrückkäufe manipuliert werden können.

Kurzum, der Aktienrückkauf kommt nur einer kleinen Heerschar von so genannten Top-Managern zugute, welche letztlich nur ihr eigenes Portemonnaie im Sinne haben und nicht die langfristige stabile Entwicklung des von Ihnen geleiteten Unternehmens.

Sicherlich wird damit der Aktienkurs gepuscht und rein rechnerisch der Wert des Unternehmens gehoben, andererseits begibt sich das Unternehmen dann in schwierigen Zeiten in die Fänge der Banken oder haben nicht mehr die Kraft, neue Produkte zu schaffen, womit der langsame Tod eingeleitet wird. Grundsätzlich muss man sich zudem schon jetzt fragen, wo die unternehmerische Kompetenz dieser hochbezahlten Manager liegt und ob es keine neuen Produkte mehr zu schaffen gibt? Haben diese keine anderen Ideen, als die Substanz des Unternehmens zu Ihren Gunsten zu reduzieren?

Somit steht der Aktienkurs auf tönernen Füßen, aufgeblasen von heißer, sich ständig entweichender Luft  und ist letztlich Betrug am Aktionär, der an einen seriösen Aktienkurs/- wert glaubt und das nicht nur in Europa sondern weltweit, insbesondere in den hoch gelobten USA, von denen schon mehrere Weltwirtschaftskrisen ausgegangen sind.

Und wer steckt hinter dieser fatalen Ideologie? Natürlich meine Freunde, die Investmentbanker, welche an solchen Aktienrückkäufen eine  Menge Geld verdienen und somit einen weiteren Baustein zur Ausbeutung der Anleger liefern.

In der nun folgenden Liste sind die mir bekannten Aktenrückkäufe europäischer Unternehmen aufgelistet und diese wird bei weiteren bekannten diesbezüglichen Informationen entsprechend erweitert.

Jeder Aktionär sollte sich daher fragen, ob es Sinn macht, die Aktien der hier aufgelisteten Unternehmen mit einem aufgeblasenen und manipulierten Wert zu kaufen.

Unternehmen mit Aktienrückkäufen
Aap Implantate E.ON SE (DAX) Munich Re (DAX)
Actelion/Johnson & Johnson EVN Neometals
Adecco Group AG Evonik Industries Nestle
Ad Pepper media group Fabasoft Novartis
Adidas (DAX) Facebook Osram
Adler Fresenius (DAX) Patrizia
Adler Moden Forbo Holding Penny Stocks
Allianz (DAX) Foris AG Rhön Klinikum AG
Apple Francotyp Postalia RIB Software
Aurelius GAM Holding RMC Betiliguns AG
Baloise Holding AG GEA Engineering Rocket Internet
BASF (DAX Gea Group RWE AG (DAX)
Bavaria Industries Group AG Geberit AG SAP (DAX)
Bayer AG (DAX) Gerry Weber Schoeller Bleckmann
BB Biotech HBM Healthcare Investments AG Senvion Com
Bechtle AG Henkel (DAX) SGS AG
Bijou Brigitte Hochtief Siemens (DAX)
Beiersdorf (DAX) Holiday Check Group Sixt Se
Bilfinger Hornbach Holding Software AG
Bilfinger & Berger Hugo Boss Sonova International
BMW (DAX) Hypoport Strabag SE
BWT Best Water Technology IMW Immobilien Swiss RE
CA Immo Urban Benchmarks Infineon Technologies AG (DAX) Telekom Austria Group
Castle Alternative Invest AG Innogy SE Investor Relations The Swatch Group AG
Castle Private Equity AG Krones ThyssenKrupp AG (DAX)
Chcoladenfabriken Lindt & Sprüngli AG KST Beteiligungs AG Triplan AG
Continental (DAX) KWS SAAT SE UBS Group AG
Covestro (DAX) LafargeHolcim United Internet
Deutsche Bank (DAX) Lanxess Valartis Group AG
Deutsche Börse (DAX) Logwin Logistics Vestas Transactions Windkraft
Deutsche Lufthansa (DAX) Lufthansa Group Volkswagen AG (DAX)
Deutsche Post (DAX) Microsoft Vossloh AG
Deutsche Telekom (DAX) Mineralbrunngen Überkingen-Teinach Westag & Getalit AG
Easy Software AG MM Karton AG Wüstenrot & Württembergische
Elmos Semiconductor AG MorphoSys AG Yahoo

28. August 2018

Elmar Emde

Autor des Buches “Die strukturierte Ausbeutung”