Reaktionen - OGI Oil & Gas Invest AG


Am 18. Februar 2015 veröffentlichte ich eine Risikoanalyse zu OGI Oil & Gas Invest AG  (zu finden unter Research : “OGI Oil & Gas Invest AG” ).

Diese Analyse endete mit der Empfehlung an die einem solchen Investment zugeneigten Anleger, sich alle, in dieser Analyse  aufgezeigten Defizite/Fragen, welche normalerweise der Anleger vor der Eingehung eines Investments wissen sollte, belegen zu lassen, da es mir nicht gelungen war, diese beantwortet zu bekommen.

Am 28.10.2018, also bald 4 Jahre später erhielt ich dann von Herr Wagentrotz nachfolgendes E-Mail:

 

“Sehr geehrter Herr Emde,

bitte nehmen Sie den o.a. Artikel über mich vom Netz, da ich mich sonst genötigt sehe, gegen Sie eine gerichtliche Einstweilige Verfügung zu erwirken.

Ich bin schon seit 2015 nicht mehr Vorstand der OGI AG. Der Vertrieb des  Nachrangdarlehen wurde Ende 2015 eingestellt. Ihre weiteren Behauptungen entbehren jeglicher Grundlage und sind gänzlich obsolet.

Ich setzte Ihnen hiermit eine Frist bis zum 10. November 2018.

Sollte Ihr o.a. Bericht dann immer noch in den Suchmaschinen erscheinen, übergebe ich die Angelegenheit meiner Anwaltskanzlei.

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Wagentrotz”

 

Den weiteren (unsachlichen) Schriftverkehr hierzu möchte ich dem geneigten Leser ersparen, allerdings bleibt zu diesem E-Mail / zu dieser Drohung folgendes anzumerken:

Vorab muss darauf hingewiesen werden, dass die Oil & Gas Invest AG am 6. Juni 2018 Insolvenz anmelden musste. Das Verfahren wurde am 15.Juni 2018 eröffnet.

Wie man aus diversen Berichterstattungen zu OGI Oil Investment AG / zu Jürgen Wagentrotz entnehmen konnte, mussten am 22. Mai 2015, also drei Monate nach meinem Blogbeitrag/meiner Risikoanalyse, auf Verfügung der Bonner Finanzaufsicht (Bafin) die zu diesem Zeitpunkt eingesammelten Nachrangdarlehen mit Garantie des Alleinvorstands Jürgen Wagentrotz in Höhe von €4,5 Millionen zurück gezahlt werden, da bei Nachrangdarlehen ein solches Garantieversprechen nicht erlaubt ist.

Somit muss man Herr Wagentrotz dies positiv anrechnen, dass er dann – wenn auch nach Verfügung der Bafin –  dieses Garantieversprechen eingehalten hat.

Danach scheinen dann Nachrangdarlehen ohne Garantieversprechen des Herrn Wagentrotz aufgelegt worden zu sein. Wenn die Berichte stimmen, müssen jetzt 500 Zeichner  von € 58 Millionen Nachrangdarlehen, Unternehmensanleihen und Wandelschuldverschreibungen nach der Anmeldung der Insolvenz um Ihr Geld bangen.

Entgegen der Behauptung von Herrn Wagentrotz, dass er „seit 2015“ (Anfang oder Ende 2015?) nicht mehr Vorstand  der Ogi AG ist (gemeint ist damit anscheinend die Oil & Gas Invest AG), ergab meine Recherche allerdings, dass Herr Wagentrotz von 2012 bis Oktober 2017 die Funktion des Vorstandsvorsitzenden der Ogi Oil & Gas Investment AG eingenommen hatte, allerdings mit Unterbrechung vom Oktober 2015 bis Mai 2016, in welcher ein Grafiker (?) den Vorstandsvorsitz innehatte (nachzulesen im einem Interview, welches Herr Wagentrotz der „Samstags Zeitung“ am 8.6.2018 gegeben hat) .

Bereits im Dezember 2017 (2 Monate später) hat dann der neue  Vorstandschef Herr Schilz die 500 Zeichner um ein Moratorium gebeten und die Zinszahlungen ausgesetzt

Insofern kann sich Herr Wagentrotz nicht aus der Verantwortung stehlen mit seiner Behauptung, dass er 2015 aus dem Vorstand ausgeschieden sei. Nach Rückzahlung der von ihm garantierten Nachrangdarlehen wurden Anlagegelder – gemäß Presseberichten – in Höhe von € 58 Mio aufgenommen u.a.  über echte Nachrangdarlehen. Und es ist kaum vorstellbar, dass diese € 58 Mio. Anlagegelder in 2 Monaten, d.h. vom Oktober 2017 bis Dezember 2017, in welcher Herr Wagentrotz nicht mehr Vorstandschef war, eingesammelt wurden.

Somit bleibt mit Spannung abzuwarten, zu welchem Ergebnis der Insolvenzverwalter kommen wird.

Es ist doch immer wieder erstaunlich, welche abenteuerliche Investments die Anleger eingehen und dann jammern, wenn Sie Geld verlieren. Bei vielen scheint der gesunde Menschenverstand von der Dummheit der Gier überdeckt zu werden.

10. November 2018

Elmar Emde

Autor des Buches “Die strukturierte Ausbeutung”