Zeitgenössischer Kunstmarkt, eine Verarscherei !!

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Es ist doch erstaunlich, welche Werte einige zeitgenössische Kunstwerke, man kann es auch als bemalte oder beschmierte Leinwände bezeichnen, auf Kunstauktionen erzielen.

Beispiel aus der Frühjahrsauktion von van Ham in Köln mit einem Werk von Max Bill mit dem Titel: „weißes quadrat mit verwanderten Ecken“ (Titel so übernommen wie abgedruckt, kein Rechtsschreibfehler meinerseits).

Jetzt möchte ich den geneigten Leser bitten zu raten, was dieses „Werk“  (212 x 212 cm) auf dieser Frühjahrsauktion erlöst hat?

Diese Leinwand wurde mit einem Schätzpreis von unverständlichen € 60.000 in die Auktion gegeben, erzielt wurde der vierfache Preis von  € 245.000. Für mich stellt sich die Frage, warum ist ein Kunstsammler bereit, für dieses nichts sagende und leicht zu  reproduzierende Werk einen solch hohen Preis zu bezahlen. Man könnte den Titel umbenennen in verwandertes Geld.

Max Bill hat schöne aber auch für meinen Geschmack …na ja Kunstwerke /Skulpturen geschaffen. Muss man aber deshalb solche hohen Preise für nichtssagende Kunstwerke bezahlen?

Andererseits möchte ich den geneigten Leser wiederum bitten zu raten, für welchen Betrag dieses Werk „Printus“ (90 x 100 cm/ Schriftzug der Firma Printus, Offenburg anders interpretiert in Schwarzwaldfarben) zu haben ist?

 

Dieses sehr farbenfrohe Werk von einem unbekannten Bildproduzenten ist für € 4.000 Euro zu haben.

Anderes Beispiel anhand eines Werkes (130 x 115 cm) von Ralf Winkler, mit dem Titel: Ohne Titel – ich würde es mit „Schmierage“ betiteln! Auch dieses Bild wurde auf der Frühjahrsauktion von van Ham versteigert.

Ein solches Bild ist jedes Kindergartenkind fähig, auch zu malen, wurde aber auf der Frühjahrsauktion von van Ham mit einem Schätzpreis von sage und schreibe € 40.000 in die Frühjahrsauktion gegeben, erzielt wurde – es kann einem die Spucke wegbleiben – ein Auktionspreis von € 135.500.

Schaut man sich weitere Bilder von Ralf Winkler an, könnte man diese Kunst auch als Kindergartenkunst bezeichnen.

Vorschlag: Lasst die Kindergartenkinder solche Bilder malen und in Auktionen geben. Mit den Auktionspreisen könnte man dann die fehlenden Kindergarten- und Kitaplätze bauen.

Jetzt möchte ich den geneigten Leser nochmals bitten zu raten, für welchen Preis dieses Bild mit dem Titel „Burda, Nachrichtenlagune“ (150 x 150 cm) eines unbekannten Bildproduzenten zu haben ist?

Dieses Werk ist ebenfalls für  nur € 4.000 zu haben.

Während für meinen Geschmack die Bilder des unbekannten Bildproduzenten wesentlich mehr hergeben als die bei van Ham versteigerten und oben aufgeführten Leinwände, liegt der Unterschied nur im jeweiligen Bekanntheitsgrad der Künstler und nicht in der Qualität dieser Werke.

Und so könnte man die Liste ohne Ende fortsetzen mit ähnlichen unverständlichen Bildern, welche den zeitgenössischen Kunstmarkt mit Werken mit astronomischen Preisen derzeit überfluten.

Warum bei diesen Werken jeweils so hohe Preise bezahlt werden und das für Werke ohne sinnbildende Stiftung, konnte mir bei van Ham keiner befriedigend beantworten.

Hier scheinen große Marketingmaßnahmen zum Erfolg geführt zu haben, welche die produzierenden Künstler in ein Licht gestellt haben, welche es anscheinend wert war und ist, für solche unverständlichen Bilder solch unverständliche Preise zu bezahlen. Hier könnte man einen Vergleich mit der Tulpenmanie aus dem Jahr 1637 ziehen oder auch mit den Bitcoins in der heutigen Zeit, letztlich alles heiße Luft. Hinzu kommt ein Lemminge-Effekt nach dem Motto, wenn frühere Werke dieses oder jenes Künstlers so hohe Preise erzielt haben, müssen andere Werke desselben Künstlers ebenso hohe Preise erzielen.

Ob diese Schmierereien auch in Zukunft diese Werte erzielen, ist fraglich, zumal nicht ausgeschlossen werden kann, dass diese hohen Preise getürkt bzw. manipuliert worden waren. Gigantische Vermögensverluste werden sich abzeichnen und nur wenige dieser hochbezahlten Kunstwerke werden als nationales Kulturgut bezeichnet werden können.

Kunst ist Geschmackssache, und Kunst soll auch ihren Preis haben, aber verarschen sollte man sich nicht lassen (bitte um Nachsicht für diese Ausdrucksweise).

Aprospos verarschen. Auf einer Auktion von Sotheby`s wurde ein für meine Begriffe nichtssagendes Bild „Girl with Balloon“ des Street-Art-Künstlers“ Banksy (klingt wie Bankster!) nach einem hektischen Auktionsverlauf (ist witzig anzusehen) für umgerechnete € 1,2 Mio. versteigert, um nach dem Hammerfall des Auktionators durch einen im Bilderrahmen verborgenen Schredder in Streifen bis zur Hälfte geschreddert zu werden.

Wer nun die europäische Sammlerin war, die für dieses Bild € 1,2 Mio auf den Tisch gelegt hat, ist unbekannt. Ebenso wer hinter diesen „Street-Art-Künstler“ Banksy steckt. Dieser stellte diese Aktion auf seinem Instragram-Account in einem Video als geplante Protestaktion gegen den Kunstmarkt dar, ich nehme an gegen die hohen und unverständlichen Preise für dumme Kunst, die auf diesem Markt derzeit gezahlt werden. Eigentlich sollte es ganz geschreddert werden, eine Fehlfunktion im Schredder hätte dies angeblich verhindert. Ob das stimmt, ist fraglich, außerdem möchte ich nicht ausschließen, dass Banksy und seine Truppe zwecks Aufsehenserregung diesen Auktionspreis selbst nach oben gejubelt haben, um mit dieser Schredderaktion seinen Sammlerwert noch mehr zu erhöhen.

Jedenfalls ist dieses halb geschredderte Bild  – wie aus Kunstmarktkreisen zu lesen war – durch diese Aktion jetzt sogar noch teurer geworden, als es der Auktionspreis hergegeben hat. Damit wäre eigentlich der Zweck dieser Aktion, der Protests gegen den Kunstmarkt,  total verfehlt. Ob diese Aktion diesen Protestzweck verfolgte, möchte ich in Frage stellen, hat sie doch den Banksy noch bekannter  und die Preise für seine “Werke” noch mehr nach oben getrieben. Tolle Marketingaktion, man sollte Banksy einen Professorenstuhl für Marketing geben!

Dieses Schrottbild ist nun sogar zu einem Tournee-Star geworden. Erste Station war das Frieder Burda Museum in Baden-Baden, welche das „berühmte Bild im Kontext (?) beleuchten und von einem Symposium begleiten lassen wollte“.  Typisches Fachkunstgeschwafel. Im heute-journal des ZdF wurde sogar die Ankunft in Baden-Baden gezeigt und wie es mit weißen Handschuhen wie ein sakraler Gegenstand aus der Verpackungskiste ganz ganz vorsichtig entnommen wurde. Man kann nur den Kopf schütteln !!

Nächste Station war  einige Wochen später die Staatsgalerie in Stuttgart. Dort wurde es neben einem Gemälde von Rembrandt zur Schau gestellt, allerdings im Gegensatz zum Rembrandt-Gemälde hinter Plexiglas, also wie eine Reliquie präsentiert.

In der Presse konnte man die verklärte Staatsgalerie Chefin Christiane Lange vor diesen beiden Bildern sehen (siehe unten), welche meinte, dass „Banksy mit dem Akt der Zerstörung ein neues Werk geschaffen habe, dass sie in der Tradition der Sammlungsschwerpunkte ihres Hauses sehe“. Künftig sammelt also die Staatsgalerie Müll und das mit Steuergeldern!

 

Ich kann jetzt nur hoffen und wünschen, dass Banksy irgendwann den weiteren Knopf drückt, damit dieses Bild ganz geschreddert wird, um den Kunstfanatikern ihre Dummheit vor Augen zu führen.

 

15. April 2019

Elmar Emde

Autor des Buches “Die strukturierte Ausbeutung”

 

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