China und die Reichen im Westen

image_pdfimage_print

Die chinesische kommunistische Regierung ist eigentlich bekannt dafür, dass sie den westlichen liberalen und freiheitlichen Demokratien konträr gegenübersteht. Immer stringentere Überwachung des eigenen Volkes und damit repressive Erstickung freiheitlichen Denkens und Kritik (siehe Hongkong) an der eigenen Staatsführung gehört zur Richtschnur der chinesischen Politik.

In keinem Land der Welt wird das eigene Volk inzwischen so stark überwacht und drangsaliert wie in China. 

Moderne Überwachungssysteme, geliefert von westlichen Unternehmen aus reinem geschäftlichen Interesse  – auch als notwendige Teilhabe am chinesischen Markt umgedeutet – waren die Paten hierzu.

Das geht schon so weit, dass diese Überwachung in den dortigen Supermärkten stattfindet. Dort gibt es Einkaufswagen mit eingebauten Scanner, der die Ware schon beim Hineinlegen der gewünschten Ware einscannt. Bezahlt wird dann nicht mehr an einer Kasse wie hier, sondern mit dem eigenen Gesicht. Man stellt sich am Ausgang vor eine Kamera, welche den Käufer über die Gesichtserkennungssoftware mit allen seinen Daten erkennt und danach den Einkaufswert von seinem Konto abbucht.

Was damit zum Zwecke der Überwachung mit dieser Technik alles machbar ist, würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen.

Und nicht nur das, Wirtschaftsspionage auf allen Gebieten und in allen für China interessanten Ländern wie Deutschland erfolgt über chinesische Technik der Firma Huawei und dem Unterhaltungsmedium Tiktok (schlimmer wie facebook). Weitere Spionage wird über Beteiligungen an strategisch wichtigen Unternehmen zwecks Aushorchung von deren know how und durch die zwangsweise Offenlegung von Know How bei westlichen Unternehmen in China. Und nun ganz unbedarft über preiswerte chinesische PkW`s, welche vollgespickt sind mit Kameras und Mikrofonen, natürlich -wie  angegeben – zur Sicherheit des Fahrers.

Es bleibt zu befürchten, dass die E-Autos aus China – und nicht nur diese – vom chinesischen Staat nur zu diesem Zweck subventioniert werden.

Besonderes Interesse hat China hier an dem Unternehmen Mercedes Benz gezeigt, deren Anteile schon zu fast 20% von chinesischen Investoren = chinesischer Staat gehalten werden. Gerade Mercedes  Benz als einer der Automarken in der Welt mit einem immensen Know How ist prädestiniert, ausgehorcht zu werden zu Gunsten der eigenen chinesischen Automarken.

Aber nicht nur das, in die Software der neuen Daimler Benz S – Klasse soll künftig Tiktok aufgespielt werden. In den USA darf auf Regierungshandys das sehr umstrittene Tiktok nicht installiert werden, auf Handys von EU-Mitarbeitern und – Parlamentariern ist Tiktok tabu aufgrund der damit einhergehenden Möglichkeiten des Ausspionierens und der Einflussmöglichkeiten.

Warum dann also Tiktok in die neue Mercedes Benz S-Klasse?

Eine Antwort könnte sein, dass sich die S-Klasse nur reiche Leute, in der Regel erfolgreiche Unternehmer leisten können, womit man über Tiktok zusammen mit den Navigationssystemen und den Spracherkennungsmöglichkeiten im Zusammenspiel mit  Huawei wunderbare Profile erstellen und somit indirekt an für China sehr wichtige Informationen gelangen kann.

Interessant hierbei auch der Hinweis vom Vorstandsvorsitzenden Källenius in einem Interview im Handelsblatt (27.7.2023), dass sich neben der Ausweitung des Infotainmentangebots (hauptsächlich für den Beifahrer???) die Businesskunden aus dem Auto zu Videokonferenzen zuschalten können und es dazu keinerlei Restriktionen gäbe.

Merkt Herr Källenius denn nicht, dass er damit das perfekte trojanische Pferd für die Chinesen geschaffen hat?

Interessant hierbei auch die Pressemitteilung, dass Herr Brudermüller nach seinem Ausscheiden als CEO von BASF der neue Aufsichtsratschef von Mercedes-Benz  werden soll. BASF und damit Brudermüller waren zuletzt sehr umstritten, da trotz der bekannten negativen Spionage -und Aushorchungs-Umstände in China sowie der geostrategischen kritischen Lage nebst der bekannten Absicht, Unternehmen abhängig zu machen, BASF für über 10 Milliarden -inzwischen soll die Investitionssumme deutlich angestiegen sein – bis 2030 eine riesige Produktionsstätte aufgebaut werden soll. Wurde Brudermüller, der seit 2021 bereits im Aufsichtsrat von Mercedes-Benz sitzt, für seinen sehr umstrittenen Einsatz in China damit belohnt?

Ähnlich bedenklich ist die schon jetzige Verlängerung des Vertrages (läuft eigentlich erst in 2024 aus) von Källenius, der im Übrigen mit seiner sehr umstrittenen Elektrifizierungsstrategie (ab 2030 werden keine Verbrenner mehr produziert) und der damit gegebenen vollen Abhängigkeit von China voll auf der Linie der chinesischen Machthaber liegt.

Die hier aufgeführten Gründe passen auch auf den britischen Hersteller von Luxusautos der Marke Aston Martin, an der der chinesische Investor Geely = chinesischer Staat seinen Anteil auf 17% ausgeweitet hat. Bedenkt man hierbei noch die Absicht von Daimler Benz, den Anteil von derzeit 2,6% auf 20% ausweiten zu wollen, kann man sehr schnell feststellen, wohin die Reise geht.

In diesem Zusammenhang passt auch die Übernahme der Luxus-Hotelkette Steigenberger, jetzt Deutsche Hospitality genannt, vor einigen Jahren durch das chinesische Unternehmen Huazhu = chinesischer Staat. Ein kommunistischer Staat beteiligt sich an einer Luxushotel-Gruppe, eine auf den ersten Blick recht seltsame Konstellation, berücksichtigt man aber die obigen Ausführungen macht eine solche Übernahme schon sehr viel Sinn.

Dieser nur kleine Abriss der chinesischen Ambitionen und Einflussmöglichkeiten mit dem Ziel, die Weltordnung im chinesischen und autokratisch brutalen Sinn – und das leider in Gemeinsamkeit mit diesem Kriegsverbrecher Putin – neu zu gestalten, müsste eigentlich jeden Unternehmer mit der Absicht, in China investieren zu wollen, nachdenklich werden lassen. Viele seiner Vorgänger haben das schon bereut und müssen jetzt mit Kopien seiner Produkte, jetzt von chinesischen Unternehmen hergestellt, aber zu deutlich geringeren Preisen, auf dem Weltmarkt konkurrieren mit der Folge von deutlichen Umsatz- und Ertragsrückgängen, spätere Insolvenz nicht ausgeschlossen.

China schafft mit seinen Anreizangeboten immer mehr Abhängigkeiten und belohnt diejenigen, welche darauf reinfallen zunächst mit enormen Umsatzzuwächsen und Gewinnen, setzt letztlich auf die menschliche Gier nach Wohlstand.

Obwohl mir oft vorgeworfen wird, das aktuelle politische Geschehen mit der Geschichte des vergangenen Jahrhunderts zu vergleichen, so lassen sich auch hier eindeutige Bezüge von damals zu heute finden.

Hitler hat die Unternehmerschaft mit dem Versprechen, die Wirtschaft wieder in deren Sinn anzukurbeln, auf seine Seite gezogen, hatte aber damit die Rüstungsindustrie sowie den Autobahnbau im Sinn, allerdings zwecks schnellerer Verlagerung von Truppenteilen in dem von ihm schon einkalkulierten Krieg, wie damals die Römer mit den Römerstraßen. Hier könnte auch das Seidenstraßenprojekt passen.

Und was Putin und  Xi Jinping derzeit vollführen, ist eine Blaupause der Taten von Hitler und seinen Nationalsozialisten.

Ohlsbach, den 28. Juli 2023

Elmar Emde

Teilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert