Staatsstreich der perfiden Art

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Ein Gedankenspiel

Gesellschaftssysteme können entweder durch Revolutionen radikal verändert werden, was bisher in den letzten 200 Jahren mit viel Leid erfolgt ist, oder man wählt eine stille und leise Form, welche die Bürger zunächst nicht erkennen, dafür aber am Ende dieselben Nachteile erleiden müssen, wie es zentral gelenkte und damit totalitäre kommunistische Gesellschaftssysteme vorgemacht haben. Das bedeutet totale Einschränkung der eigenen Freiheit in allen Bereichen, angefangen bei der Meinungsfreiheit bis zur Freiheit, sein Leben so gestalten zu können, wie man es persönlich für richtig hält und wir  bisher im Rahmen einer sozialen Marktwirtschaft erleben und genießen durften.

Momentan glaubt keiner, dass wir in solche Gesellschaftssysteme hineinschliddern könnten aufgrund der vielen demokratisch aufgebauten Strukturen. Die Anzeichen sprechen aber eine andere Sprache und es könnte wie folgt aussehen, ein Gedankenspiel:

Ausgangspunkt für eine solche Entwicklung ist ein besonderes Ereignis. Ansetzen muss man nur bei einer wichtigen Branche der Gesellschaft, welche das Skelett eines Gesellschaftssystems ist, nämlich beim Bankensystem.

Dieses wird durch eine neue Denkweise, nennen wir es Investmentbanking, unter Ausnutzung der menschlichen Gier und Machtgelüste sukzessive und erfolgreich mit Hilfe der Politik durch eine extreme Lockerung der Regulierung infiltriert. Wichtige Schaltstellen der Banken und Wirtschaft werden mit diesen Investmentbankern laufend besetzt und gleichzeitig ein entsprechender Nachwuchs laufend ausgebildet, womit ausgediente Investmentbanker laufend ersetzt werden können. Folge daraus sind enorme wirtschaftliche Fehlentwicklungen und gigantische Blasen, welche irgendwann platzen und  das Bankensystem nahezu kollabieren lassen.

Damit das nicht geschieht, müssen viele Banken beim ersten Platzen mit Steuergeldern gestützt werden, den  Zentralbanken werden zusätzliche Befugnisse übertragen und sind zuletzt das oberste Prüfungsorgan der Banken, womit aus den Reihen der Banken, welche das komplexe System am ehesten durchschauen können, jegliche Kritik gegenüber der Politik  der Zentralbank im Keim erstickt wird (wer kritisiert schon gerne seinen Prüfer?). Die in Not geratenen Banken müssen sich sogar zwecks Sanierung von den diese Entwicklung verursachenden Investmentbankern beraten lassen, welche dafür noch hohe Provisionen erhalten, mit der Folge, dass die Investmentbankpolitik nur in einer leicht veränderten Form fortgesetzt wird.

Der oberste Investmentbanker ist  sogar Präsident dieser Zentralbank, finanziert auf dem Rücken der Steuerzahler marode Länder und macht sich dadurch die Politik gefügig. Letztlich unternimmt dieser alles, um diese Investmentbankpolitik noch mehr forcieren und umsetzen zu können.

Erste Maßnahme ist die sukzessive Herabsetzung des Zinssatzes auf null. Der Zinssatz ist der allerwichtigste Gradmesser in einer Volkswirtschaft, womit die guten und die schlechten Risiken gekennzeichnet und aussortiert werden können. Vergleichbar ist dieser mit der Temperaturanzeige in einem Atomkraftwerk. Fällt diese aus, kommt es zu einer nicht erkennbaren Kernschmelze und damit zu Katastrophen à la Tschernobyl und Fukuschima, welche uns noch Jahrhunderte begleiten werden.

Mit der sukzessiven Ausschaltung des Zinssatzes wird automatisch ein Anlagenotstand geschaffen und damit extrem erhöht mit der Absicht, die Anlagegelder in die Kanäle der strukturierten Anlageprodukte lenken zu können, in welchem hohe Risiken zu Lasten der Anleger versteckt werden können und zudem diese Gelder einer Steuerung von oben unterliegen verbunden mit einem sukzessiven Ausnehmen der Anleger. Diese Strukturierung wird natürlich von Investmentbankern vorgenommen und garantiert damit  dieser Zunft auch noch lange einen gesicherten Arbeitsplatz.

Da die Senkung der Zinsen den Anlagenotstand nicht im gewünschten Ausmaß erhöht hat, werden letztlich mit Hilfe der Druckerpresse unter fadenscheinigen Inflationsbegründungen und somit auf dem Rücken der dummen Steuerzahler Staatsanleihen und zuletzt die noch verbliebenen seriösen Anlageprodukte, nämlich Unternehmensanleihen mit Investmentgrade-Rating, auch noch vom Markt weg gekauft. Anleihen von Banken genießen jedoch nicht die Zuneigung der Zentralbank, da ihr anscheinend das Risiko durch ihren exklusiven Einblick in die kryptographischen Bilanzen der Banken zu groß ist.

Die Banken selbst leiden unter dieser Nullzinspolitik extrem. Der wichtige Ertragsbaustein Einlagengeschäft wird ihnen praktisch genommen, die Margen im Kreditgeschäft unterliegen einer  hohen Erosion, ertragreiche und der Kundenbindung förderliche langfristige Investitionskredite werden zudem durch eine staatliche Förderbank absorbiert, welche sich ihre Zinssätze vom Steuerzahler zudem subventionieren lässt. Die Erträge aus dem Zahlungsverkehr vaporisieren durch die zunehmende Verbesserung der Technik, zudem übernehmen Kartengesellschaften sukzessive diesen Bereich.

Diesen Zustand werden die Banken nicht lange durchhalten können, Bankfusionen werden immer mehr die Regel sein, welches ja auch von den die Situation verschärfenden  Bankenaufsehern laufend gefordert wird. Eine Gleichschaltung dieser wichtigen Branche dürfte nicht ausbleiben.

Es wird letztlich die Bankengruppe überleben, welche sich dem Investmentbanking in der jetzigen Form  zuneigt und über hohe Provisionen aus dem Verkauf der strukturierten Investmentbankprodukte den Ertrag findet. Juristisch wird dieses unsaubere Geschäft abgesichert, war doch die derzeit oberste Wertpapieraufseherin der Bafin Chefsyndikus der Deka-Bank, einem der großen Player auf dem strukturierten Finanzproduktmarkt.

Das bedeutet Produktion strukturierter Finanzprodukte mit allen möglichen Risiken, welche kein Außenstehender in ihrer Wertigkeit mehr ermessen kann. Den Anlegern wird aber nichts anderes übrige bleiben, als in diesen Anlagematsch zu investieren oder er verliert sein Geld durch Bankpleiten, welche inzwischen über entsprechende Verordnungen, Stichwort Haftungskaskade, so abgewickelt werden können, dass der Anleger letztlich das Nachsehen haben wird.

Jetzt stellt sich nur noch die Frage, welches Zukunftsmodell das jetzige Wirtschaftssystem ersetzen soll? Sicherlich wird es kein föderatives Gesellschaftssystem sein, sondern ein zentral gelenktes, wenn man so die Meinungen verschiedener gutgläubiger „Europäer“ in Brüssel verfolgt. Die Vielfalt unserer Gesellschaft wird extrem abnehmen, wenige Konzernoligopole der Industrie nebst wenigen megagroßen und gleich geschalteten Bankengruppen bestimmen das Geschehen sowohl in wirtschaftlicher als auch in politischer Hinsicht. Die persönlich aufgebaute Altersvorsorge wird durch die jetzige Politik zerstört, die Bürger werden zunehmend vom Staat abhängig und damit alimentiert. Diese Entwicklung führt  automatisch zu einer Einschränkung der persönlichen Freiheit und wird unserer Demokratie sukzessive einen Todesstoß versetzen……….

Ausschalten, ausschalten, aufhören kann man da nur zu dieser Horrorvorstellung aus vollem Halse schreien. Aber können wir das noch?

Ich glaube nicht mehr. Die EZB unter dem Investmentbanker Draghi hat alles sehr klug, aber auch sehr perfide eingefädelt und vorbereitet, der Systemwechsel oder besser gesagt der Staatsstreich über die EZB  ist bereits im vollen Gange.

Ich kann daher nur hoffen, dass dies nur ein Gedankenspiel ist und bleibt.

21. Juni 2016

Elmar Emde

Autor des Buches “Die strukturierte Ausbeutung”

Siehe auch www.emde-fiveko.de

 

 

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