Negativzinsen = Finanzanarchie

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Negativzinsen = Finanzanarchie:

 Jetzt haben wir Sie, die lange befürchteten Negativzinsen auf Einlagen. Diese sollen zwar nur auf Großeinlagen und ähnliches berechnet werden, aber die Mehrwertsteuer fing auch nur mit wenigen Prozenten an und jetzt haben wir 19%. Negativzinsen bedeuten  nichts anderes, als dass ein Kunde für seine Einlagen einen Zins oder feiner ausgedrückt eine Gebühr bezahlen muss und wenn er einen Kredit aufnimmt oder ein Darlehen noch abzuzahlen hat, ebenso. Mit anderen Worten, man wird dafür bestraft, dass man der Bank Geld gibt, damit diese es für Zinsen ausleihen kann.

Und sollte dann noch eine Bank abgewickelt werden müssen, wofür die Politik vehement plädiert und dafür auch schon die Logistik geschaffen hat, wird der Sparer und Guthabenbesitzer, letztlich auch ein Steuerzahler, nochmals bestraft.

Ich nenne das eine Finanzanarchie. Die Struktur unseres Fiannazsystems, bestehend aus Versicherungsgesellschaften, Bausparkassen, Pensionskassen  aller Art, Stiftungen und Banken selbst verlieren damit immer mehr den Boden unter ihren Füßen, unser herkömmliches Wirtschaftssystem erodoert damit.

Vergleichbar ist das mit einem Bauern, der einer  Mühle das Getreide abliefert, dafür nichts bekommt, jedoch einen Betrag dafür bezahlen muss, damit er dort das Getreide überhaupt abliefern darf, damit die Mühle durch den Verkauf des Mehls Geld verdienen kann. Die Folge wäre, dass kein Bauer mehr Getreide anbauen und den Mühlen abliefern würde, es entstünde eine Hungersnot.

Und so würde es auch den Banken bei Negativzinsen bei breiter Einführung ergehen. Die Kunden würden Ihre Guthaben bar abheben und in den Tresor legen. Nur wenn alle das machen, reicht das umlaufende Bargeld nicht mehr. Ein Run auf die Banken nach dem Motto, bevor kein Geld mehr da ist, hebe ich es ab, wäre die Folge. Das ist ein Spiel mit dem Feuer.

Verfolgt man diese Denke weiter und lassen Sie Herrn Draghi die Strafzinsen noch weiter heraufsetzen, weil seine Politik nicht funktioniert, bzw. nicht funktionieren kann und er die Banken damit unbedingt zwingen will, Kredite zu vergeben, könnte es passieren, dass der Kreditnehmer sogar noch Geld von der Bank bekommt und seien es nur wenige Prozent, die aber immer noch besser sind, als z.B. 10% Strafzins bei der EZB.

Ein verrücktes Szenario, welches hoffentlich nicht zutreffen wird, aber das jetzige Szenario ist nicht minder verrückt. Zinsen spielen bei Investitionsentscheidungen der Unternehmen eine sekundäre Rolle, stimmen muss das Umfeld, und das wird durch diese Niedrigzinspolitik nicht besser, im Gegenteil.

Und die Banken zur Kreditvergabe mit solchen Maßnahmen zu zwingen läuft ins Leere. Stimmen muss die Bonität der Kreditnehmer und wenn diese nicht vorhanden ist, zahlt man lieber einen Strafzins von 0,2% als 100% Kreditausfall.

Vielleicht sollte es die Politik mit Leistungsanreizen in Form von massiven Steuererleichterungen versuchen, als alles mit sukzessiven  Steuer- und Abgabenerhöhungen zu ersticken.

1.Dezember 2014

Elmar Emde

Autor des Buches”Die strukturierte Ausbeutung”

Siehe auch www.emde-fiveko.de

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