Atlantic Global Asset Management

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Es ist doch immer wieder erstaunlich, was es für utopische Renditeversprechungen auf dem Anlagemarkt gibt  und dass vor allem die Aufsichtsbehörden hier nicht eingreifen und diese munter auf dem Markt agieren lassen.

Bestes Beispiel hierfür ist Atlantic Global Asset Management mit Sitz in Kap Verde/  Kap Verdische Inseln und das Investmentvehikel hierzu, die Questra Holding. Geht man auf die Website der Atlantic Global Asset Management, um zu erfahren, welche Anlagen diese Investmentgesellschaft tätigt, erfährt man nur belanglose Informationen, d.h. dieses Institut und ihre Ableger investieren in alles und somit in nichts Konkretes, evtl. sogar in Nichts.

Zeigt man größeres Interesse und will mehr erfahren als in dieser Blah-Blah-Homepage, muss man erst durch Übersendung des Bankauszuges nachweisen, dass man entsprechendes Geld auf dem Konto hat, um als Investor akzeptiert zu werden. Das wäre gleichzusetzen mit einem Einkauf beim Bäcker, der vor der Eingangstüre steht und Einblick in den Geldbeutel des eintretenden Kunden verlangt zwecks Überprüfung seiner Fähigkeit, ein Brötchen kaufen zu können.

Grundsätzlich müssten bei  jedem Anleger bei einem solchen Ansinnen sofort die tiefroten Lampen angehen. Hat ein Institut, dessen Seriosität in Zweifel gezogen werden muss, mit der Übersendung eines Kontoauszuges erst einmal sämtliche Kontodaten, kann man letztlich nie sicher sein, was damit geschieht, vor allem signalisiert man irgendwelchen Unbekannten, wie hoch der möglich Ausbeutungsnutzen ist. Also niemals solche Kontoauszüge an unbekannte Institutionen versenden.

Der Sitz dieses Institutes ist in Kap Verde /Kap Verdische Inseln, einem Land mit nicht gerade kapitalstarken und für ein entsprechendes Anlage-Know-How bekannte Institutionen, müsste einem vernünftig denkenden Anleger des Weiteren misstrauisch werden lassen. Man denke nur an nicht ausbleibende juristische Auseinandersetzungen.

Die größte Unverfrorenheit ist aber das Renditeversprechen von ca. 6% pro Woche, nicht pro Monat oder pro Jahr, sondern pro Woche. Das ist meines Erachtens unseriös im höchsten Grade, allein das müsste die Aufsichtsbehörden, welche angeblich die Zulassung prüfen auf den Plan bringen und dieses Institut verbieten. Bedeutet aber auch, dass dieses Institut ohne entsprechende Genehmigung auf dem Anlagemarkt ihr Geschäfte abwickeln kann. Hinweis hierzu: in einigen europäischen Ländern wurde diesem Institut die Tätigkeit bereits untersagt.

Auf der Homepage werden diverse Renditebeispiele angegeben, die alle mit einer jährlichen Rendite von über 300%  pro Jahr enden. Das riecht schlichtweg nach einem Schneeballsystem, d.h. es werden diese Renditen, welche dann keine sind,  durch das Geld neuer ahnungsloser  Anleger aufgebracht.

Für ein Schneeballsystem spricht auch das „Afiliate program“, unter Questra World einsehbar,  in welchem der Bonus für akquirierte neue Kunden festgelegt wird. Für diese Akquisiteure werden keinerlei berufliche Qualifikationen vorausgesetzt, so dass jede Friseuse oder ähnliche für diese Vermögensberatung unqualifizierte Personen, Kunden für dieses Institut anwerben können. Diese Kundenakquisiteure sollten sich aber auch bewusst sein, dass durch ihre Vermittlung und Empfehlung für sie Haftungsrisiken entstehen.

Weitere Worte möchte ich hier nicht mehr verwenden. Leider werden viele Anleger, blind durch $-Zeichen in Ihren Augen, auf solche unseriöse Angebote eingehen und sich später wundern, wenn ihr Kapital ins Nirwana abgedriftet ist.

Anmerkung: Siehe auch aktuellen Beitrag vom 26.2.2017 weitere Kritik und Weiteres zu Atlantic Global Asset Management

24.November 2016

Elmar Emde

Autor des Buches “Die strukturierte Ausbeutung”

Siehe auch: www.emde-fiveko.de

 

 

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