Trump`s Insolvenzberater

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Als Banker folgte ich einem eisernen Grundsatz, geboren aus negativen Erfahrungswerten, welcher keine Bankgeschäfte mehr mit Personen zuließ, welche schon ein Insolvenz initiiert, damit  durchlebt haben und somit über ein profundes Wissen verfügten, wie man bei einer weiteren Insolvenz zu Lasten von Gläubigern die eigene Vermögensbasis schützen und darüber hinaus sogar noch erweitern kann.

Leidtragende von Insolvenzen sind Banken und damit viele tausend Bankkunden – im Falle einer dadurch ausgelösten Bankinsolvenz oder damit verschärfter Regulierungen – sowie viele gutgläubige Lieferanten, kleine Handwerker und Dienstleister aller Art.

Zur Verwunderung aller weltweit (ging das mit rechten Dingen zu?) haben die Amerikaner nunmehr den pöbelnden Pleitier Trump zum Präsidenten gewählt, obwohl man diesem nachsagt, mindestens 4 Insolvenzen hingelegt zu haben. Einer der Gründe für sein Milliardenvermögen.

Was nun aber aufhorchen lässt sind seine Nominierungen für das Wirtschafts- und Finanzministerium, allesamt Investmentbanker bzw. die Inkarnation der Wall-Street-Spekulanten, die er eigentlich bekämpfen wollte, und noch dazu mit großen Erfahrungen in Sachen Insolvenz.

Wirtschaftsminister soll der Hedgefonds Manager Wilbur Ross werden, welcher sein geschätztes Vermögen von rd. US$ 3 Milliarden vor allem durch den Aufkauf von Pleitefirmen verdiente, die er dann restrukturierte, d.h. hübsch machte zu Lasten der Mitarbeiter und dann für ein Vielfaches  wieder verkaufte. Auch sanierte er bankrotte Firmen – ebenfalls zu Lasten der jeweiligen Mitarbeiter und Gläubiger dieser Unternehmen – u. a. die bankrotten Kasinos von Donald Trump, womit dieser mit einem blauen Auge davon kam, die Gläubiger aber das Nachsehen hatten.

Finanzminister wird Steven Mnuchin, ein Goldman Sachs Banker, welcher nach 17 Jahren Goldman Sachs  beim Meisterspekulanten George Soros anheuerte  und schließlich mit weiteren bekannten Größen der Wallstreet, John Paulson und Chris Flowers, allesamt fragliche Figuren und Nutznießer der Finanzkrise, am Höhepunkt der Finanzkrise den pleitegegangenen Hypothekenfinanzierer Indymac übernahm. Besonders in die Kritik geriet Mnuchin durch das rabiate Vorgehen gegen Immobilienbesitzer, die ihre Kredite nicht mehr bedienen konnte und die er einfach vor die Tür setzen lies.

Berücksichtigt man dann noch die Aussagen von Trump und den Herren Ross und Mnuchin, welche die Bankregulierungen wieder zurückdrehen und den Banken wiederum das Spekulieren auf dem Rücken der Steuerzahler und Bankkunden gestatten wollen, lässt dies zusammen mit den geballten Erfahrungswerten in Sachen Insolvenz  für die Gläubiger der USA, einem überschuldeten Staat mit einer katastrophalen Infrastruktur, nichts Gutes erwarten.

Dies wird zu einer Wiederbelebung der strukturierten Finanzprodukte inklusive des Ausnutzens von Insiderwissen führen, in welcher die fraglichen US-Risiken schön und mit Derivaten bestückt an die nach Rendite gierende Welt massenweise verscherbelt werden. America first lautet der Wahlspruch von Trump und dazu benötigt er viel, sehr viel Geld, welche er sich von den Investoren weltweit beschaffen muss. Und  dazu benötigt er die Investmentbanker mit ihrer Strukturierungsexpertise, womit alle schlechten Risiken aufgehübscht werden,  und ein von diesen geschaffenes Investorenhoch.

Das wird die Wall Street weiter beflügeln und die Investoren vor lauter $-Zeichen blind  wieder in diese Strukturierungsfalle tappen lassen. Irgendwann werden die insolvenzerfahrenen Herrn Trump, Ross und Mnuchin den Sack zu machen und die USA auf Kosten der übrigen Welt sanieren.

Ob sich das die Chinesen, welche eine der größten Gläubiger der USA sind, gefallen lassen, ist fraglich. Spannungen werden zunehmen, welche durch das tölpelhafte Vorgehen von Trump noch befeuert werden.

Auf die Welt kommt jedenfalls nichts Gutes zu!

4. Dezember 2016

Elmar Emde

Autor des Buches “Die strukturierte Ausbeutung”

Siehe auch www.emde-fiveko.de

 

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