Depotcheck, ein Verführungsmodul

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Zum Jahresende kann man in den unterschiedlichsten Zeitungen und Zeitschriften die wohl gemeinte Aufforderung lesen, das eigene Wertpapierdepot doch nach versteckten Risiken zu überprüfen. Dabei wird auf „freie und objektive Finanzfachleute oder Vermögensverwalter“ unterschiedlichster Couleur verwiesen, welche darin Beispiele von falschen und mit hohen Risiken behaftete Wertpapieranlagen – natürlich von Banken, Sparkassen und Volksbanken –  aus ihrem Erfahrungshintergrund liefern dürfen.

Soweit so gut, die Beurteilung dieser falschen Wertpapieranlagen kann unterstrichen werden und leider sind auch mir solche haarsträubenden Vermögensanlagen schon untergekommen, aber auch von solchen „objektiven Finanzfachleuten und Vermögensverwaltern “.

Mit der Darstellung solcher haarsträubenden Wertpapierdepots könnte man glauben, dass diese „objektiven Finanzfachleute“ ihr Handwerk verstehen und man ihnen Geld anvertrauen könne.

Studiert man dann aber deren Empfehlungen für eine gute und risikofreie Vermögensanlage, sträuben sich einem wiederum die Haare und man bekommt das Gefühl, dass diese Herrschaften die Risiken dieser empfohlenen Produkte selbst nicht kennen.

Empfohlen werden Mischfonds als „stabile Basis“ des Depots, Aktien internationaler Großkonzerne  und Unternehmensanleihen (Frage: welche? Mit welchem Rating? Welche Branchen? usw.). Auch werden so genannte Diskont Zertifikate und eine relativ hohe Aktienquote zwecks Kapitalerhalt empfohlen. Anleihen ohne Rating sollen verkauft und durch  Wandel- und Schwellenländeranleihen (welches Rating?) ersetzt werden. Vor allem wird auf Fonds und die damit verbundene spezialisierte Managementexpertise gesetzt. Was hinter diesen Finanzprodukten für Risiken stecken, können Sie unter der Rubrik „Kritische Definition der Finanzprodukte“ nachlesen

Kurzum, es werden überall strukturierte Finanzprodukte mit ungewissem Ausgang und mit einer Option auf einen Totalausfall empfohlen. Somit kommt der Anleger vom Regen in die Traufe und wird spätestens bei Turbulenzen auf dem Kapitalmarkt merken, dass dieser Depotcheck ein einziges Verführungsmodul war, um neue Kunden für sich selbst zu gewinnen.

Interessant wäre, ob diese „Empfehler“  von ihren Kunden oder von den Finanzproduktherstellern bezahlt werden. Zu befürchten ist das Letztere, da es auch lukrativer zu Lasten der Anleger bezahlt wird. Also alles wie gehabt, nichts Neues!!

3.Dezember 2014

Elmar Emde

Autor des Buches “Die strukturierte Ausbeutung”

Siehe auch http://www.emde-fiveko.de

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