Draghis fragliche Behauptungen

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In dieser Woche hatte Herr Draghi in einer nicht öffentlichen Sitzung vor letztlich ausgewählten Parlamentariern seine Geldpolitik verteidigt und diese mit fraglichen Behauptungen untermauert.

Nach seinen Worten habe die EZB zur Schaffung neuer Arbeitsplätze und einer besser laufenden Wirtschaft beigetragen, wovon auch die Sparer profitierten.

Ob die Wirtschaft allein durch diese fatale Geldpolitik besser gelaufen ist, bleibt dahin gestellt, auf jeden Fall hat sie es vielen Staaten der südlichen europäischen Hemisphäre ermöglicht, weitere Schulden aufzuhäufen, um damit die Probleme in die Zukunft zu transformieren, so wie es die Investmentbank Goldman Sachs, der alte Arbeitgeber von Herrn Draghi, mit den Schulden von Griechenland geschafft hat mit den sicherlich nun allen bekannten Folgen.

Welche “Vorteile” nun aber die Sparer mit seiner Geldpolitik haben sollen, ist mir unerklärlich. Diese erhalten für ihre Sparleistungen den „Vorteil“, keine Zinsen mehr zu bekommen, sparen wegen dieses “Vorteils” somit jetzt noch mehr Geld wegen des “Vorteils” der fehlenden Zinsen, um u.a. seine Altersversorgung nicht abschmieren zu lassen oder für später vorgesehene Anschaffungen, welche durch anfallende Zinserträge dann in der Regel schneller vorgenommen worden wären.

Jetzt müssen die Sparer aber noch den weiteren “Vorteil” befürchten, irgendwann noch Negativzinsen darauf bezahlen zu müssen, wenn dieser Schwachsinn so weiter geht, und können sich des “Vorteils” rühmen, dass die Banken, bei denen sie das Geld angespart haben, aufgrund seiner Geldpolitik Insolvenz anmelden müssen und somit ihre Sparleistungen ins Nirwana verschwinden.

Bildlich vergleichen kann man das mit einem Autofahrer, dem man das Auto wegnimmt und ihm dann das weggenommene Risiko eines Autounfalls  als Vorteil verkauft.

Und wenn wir schon einmal bei einem Autovergleich sind, so kommen mir die Banken wie ein Autofahrer vor, dem man an seinem Auto die Reifen weggenommen hat zwecks Regulierung des Verkehrs und ihm nunmehr den Rat gibt, die fehlenden Räder durch digitalisierte  Leiterwagenräder aus Holz zu ersetzen.

Herr Draghi und seine Marionetten im Zentralbankrat sind einfach abgehoben und begründen das alles mit Gutachten über Gutachten, woraus wiederum offensichtlich wird, dass sie selbst keine Ahnung haben und wie Politiker agieren, welche für jedes Problem ein oder mehrere Gutachten benötigen, um sich bei negativem Ausgang freizeichnen zu können. Hat die EZB nicht eigene Analyseabteilungen oder rächt sich hier die ihr vorgeworfene Vetternwirtschaft?

Anmerkung: die meisten Zentralbankmitglieder haben ihre Karriere auf der politischen Bühne begonnen und sind dann durch glückliche Umstände in die Zentralbanken  und später in den Zentralbankrat berufen worden

Inzwischen werden immer mehr Stimmen laut, welche die EZB Aktionen als kriminell bezeichnen bzw. behaupten , dass sie Privatpersonen hinter Gittern gebracht hätten, würden sie ähnlich agieren. Von der EZB werden diese aber als Intervention umschrieben, woran man schon eine Art rechtsfreien Raum dieser Institution wahrnehmen kann.

Es wird höchste Zeit, dass sich daran etwas ändert, die Schwierigkeiten der Deutsche Bank und Commerzbank unterstreichen dies schon sehr deutlich. Letztlich sind diese beiden Banken auch Opfer von gierigen Investmentbankern, welche beide Häuser regelrecht ausgeweidet und sich dann mit Ihren ausländischen Pässen und sehr gut dotierten Konten aus den Staub gemacht haben.

30. September 2016

Elmar Emde

Autor des Buches “Die strukturierte Ausbeutung”

Siehe auch www.emde-fiveko.de

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