Elon Musk Mania

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Die Verehrung von Elon Musk nimmt zwischenzeitlich abstruse Züge an.

So auch in einem Beilagen-Magazin des Handelsblattes und der Welt am Sonntag (vermutlich auch in anderen Tageszeitungen) mit dem Titel „DUB Unternehmer“ und Untertitel  „DEUTSCHE UNTERNEHMERBÖRSE – Magazin für digitale Transformation“.

Auf der Titelseite ist Elon Musk mit Jesusblick in seinen jüngeren Jahren mit betenden Händen – es fehlt nur noch der Heiligenschein – mit den Untertiteln „Mach`s wie Musk“ abgebildet. Untertitel „10 Tipps für Business: Der Erfolgs-Code des Elon Musk“.

Ganz abgesehen davon, dass Elon Musk derzeit nicht mehr dieser äußerlichen Erscheinung entspricht, was Fake-News ähnliche Züge annimmt, so setzen sich diese 10 Tipps letztlich aus allgemein gültigen Ratschlägen für Unternehmer zusammen. Diese wurden dann noch von vier Laudatoren, davon drei aus der theoretischen Zunft (ein Professor /zwei Consultants) und einer aus dem Bereich der Tesla-Lieferanten – wie soll es anders sein – untermalt.

Insofern sind diese Lobhudeleien kein Erkenntnisgewinn.

Der  Erfolg von Musk  liegt eigentlich in seinen professionellen Fake – Marketingmaßnahmen, womit sehr negative Umstände der Taten von Musk überdeckt werden und woraus man wiederum feststellen muss, dass sich die Wenigsten den eigentlichen Gradmesser eines Erfolgs, nämlich die Bilanz – und GuV-Rechnung insbesondere von Tesla, dem Stern des Musk-Imperiums, nicht ansehen. Irgendwie erinnert dies doch sehr an Wirecard.

Siehe hierzu Analyse in diesem Blog „Tesla Börsenmenetekel”. Hier in Kurzform:

  • Elektromobilität baut auf einer permanenten Stromleistung auf, die auch in den nächsten Jahrzehnten nicht vorhanden sein wird.
  • Finanzielle Verhältnisse sind desaströs und unverändert geprägt vom Verkauf der Emissionszertifikate, ohne die Tesla in den letzten vier Quartalen hohe Verluste in Höhe von US$ 693 Mio geschrieben hätte. Warum Tesla solche Zertifikate verkaufen darf, obwohl die CO2-Bilanz sogar schlechter sein soll, als die der Verbrenner-Motoren, bleibt ein Rätsel.
  • Ertragslage ist zudem durch Versprechen von Herrn Musk, noch nicht existierende Software zu kreieren, gekennzeichnet. D.h. es wurden fiktive, noch nicht real vereinnahmte Umsätze aufgrund dieser Versprechen in die GuV und damit als Cash-Zugang in der Bilanz schon verbucht, dagegen auf der Passivseite Rückstellungen in Höhe von US$ 1,233 Milliarden eingestellt. Sollten dies Versprechungen nicht zu Umsatz werden, müssten diese Rückstellungen aufgelöst werden und würden mit US$ 1,233 Milliarden als Verlust in Erscheinung treten.
  • Ohne diese beiden außerordentlichen und sehr fragwürdigen Hilfsmittel hätte Tesla in den letzten 4 Quartalen einen Verlust von US$ 1,926 Milliarden ausweisen müssen.
  • Diese Marketingmaßnahmen, welche die Wirtschaftspresse wohlwollend begleitet und somit mitgeholfen hat, den Börsenkurs auf eine sehr unrealistische Höhe zu katapultieren, werden sehr vielen Anlegern hohe Verluste bringen und die Wirecard-Verluste in den Schatten stellen.
  • Vom Management von Tesla hört man sehr wenig, dagegen vom Heilsbringer Musk sehr viel. Was passiert, wenn dieser plötzlich aus Gründen wie auch immer nicht mehr verfügbar ist?

Aus den letzten Berichterstattungen der Wirtschaftspresse geht zudem hervor, dass Musk mit seiner Zentrale nach Austin / Texas umziehen wird, um den Verordnungen in Kalifornien und den dort höheren Steuerzahlungen zu entgehen.

Sauber, kann man nur sagen. Zuerst wurden alle staatlichen Vergünstigungen gerne angenommen, damit dem Steuerzahler in die Tasche gegriffen und wenn dieser Herr Musk  wieder davon etwas zurück geben soll, verzieht er sich einfach in ein Steuerparadies.

Man darf daher sehr gespannt sein, ob von den Vergünstigungen des deutschen Staates in Brandenburg wieder etwas in Form von Steuern zurückfließen wird. Es bleibt eher zu befürchten, dass der Masche der US-Tech-Konzerne folgend evtl. Gewinne durch entsprechend hohe Lizenzgebühren abgesaugt werden in Richtung Austin / Texas und bei Schwierigkeiten der deutsche Staat in Form von Kurzarbeitergeld wiederum zur Kasse gebeten wird.

Bezogen auf die Lobhudelei der DUB kann man daher mit Blick auf dieses unseriöse Gebaren nur den Kopf schütteln. Wenn es alle so machen würden wie Musk, gäbe es bald keine soziale Marktwirtschaft. Ob das System USA zu bevorzugen wäre, ist mit Blick auf die derzeit dortigen sehr großen Pandemie-Probleme, welche zunehmend in eine Hungersnot ausarten, äußerst fraglich.

Das Magazin DUB wäre daher eher im Papierkorb gut aufgehoben.

13. Dezember 2020

Elmar Emde

Autor des Buches “Die strukturierte Ausbeutung”

 

 

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