Entschuldigung der Deutsche Bank

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In den großen Tageszeitungen unserer Republik wurde auf einer ganzseitigen Anzeige ein Brief von Herrn John Cryan, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, abgedruckt, in welchem er sich  im Namen des Vorstands der Deutschen Bank für die vielen Altlasten, welche der Bank neben den hohen Geldstrafen viel Reputation und Vertrauen gekostet haben, entschuldigt hat.

Er führte an, dass damals schwerwiegende Fehler gemacht wurden, z.B. bei den Hypothekengeschäften auf dem US-amerikanischen Markt  in den Jahren von 2005 bis 2007, zu denen sich die Deutsche Bank mit dem dortigen Justizministerium geeinigt hat. Das Verhalten der Bank hätte nicht deren Standards entsprochen und war inakzeptabel, was leider auch für andere Fälle galt.

Chapeau Mr. Cryan, eine honorige Vorgehensweise, die vielen anderen Banken auch gut zu Gesicht gestanden hätte, denn auch diese hatten in dieser Zeit mitgemischt und zur Finanzkrise beigetragen.

Hauptursache dieser Finanzkrise ist letztlich das Investmentbanking, welches mit ihren Instrumentarien diese Verhaltensweisen heraufbeschworen hat und diese Entwicklung erst möglich gemacht hat. Bekanntlich ist es nach der Finanzkrise mit gebremstem Schaum, insbesondere beim Verkauf von Investmentbankprodukten an das Publikum, bis heute unverändert weiter gegangen, nur auf einer anderen Art.

Im Namen des Vorstands wurde diese Entschuldigung abgegeben, die entsprechenden Namen der Vorstandsmitglieder zusammen mit dem des Aufsichtsratsvorsitzenden Paul Achleitner wurden daher unterhalb der Unterschrift von John Cryan abgelichtet. Von diesen 11 Vorstandsmitgliedern sind fünf davon Investmentbanker, mit Herrn Achleitner sind es sechs (im Aufsichtsrat der Deutsche Bank befinden sich noch weitere drei).

Insofern muss man sich schon die Frage stellen, ob diese Entschuldigung die Früchte trägt, die sich Herr Cryan erhofft, da im Anlagebereich der Verkauf hoch komplexer, von Investmentbankern strukturierte Finanzprodukte unverändert zum Tagesgeschäft nicht nur der Deutschen Bank gehört, die allen Banken beim nächsten Finanzcrash auf die Füße fallen werden. Zugegebener Maßen ist dies auch eine Folge der sehr umstrittenen Geldpolitik des Herrn Draghi, ebenfalls ein Investmentbanker. Ein Schelm wer böses dabei denkt.

Solange diese Geldpolitik anhält, wird den Banken anscheinend nichts anderes mehr übrig bleiben, als diesen strukturierten Krimskrams zu verscherbeln.

Ist das aber wirklich so oder hat man damit Herrn Draghi erst diese Form der Geldpolitik, des Anlagenotstandes, möglich gemacht?

5. Februar 2017

Elmar Emde

Autor des Buches “Die strukturierte Ausbeutung”

Siehe auch www.emde-fiveko.de

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