ETF`s = heiße Luft

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In der heutigen Welt am Sonntag wird in einem Beitrag von Holger Zschäpitz über den (beängstigenden) Boom des „Wunderprodukts“  ETF (Indexfonds) berichtet und dass dieser langsam unheimlich wird. Ein sehr lesenswerter Artikel.

Interessant hierbei ist die Info des Marktbarometers Bloomberg, dass es  in Übersee (wie sollte es auch anders sein/ gemeint sind sicherlich wieder die USA)  inzwischen mehr Indices (Marktbarometer) gibt als Aktien, bzw. rd. 4.000 Aktien stehen rd. 6.000 Indices gegenüber. Das bedeutet, dass aus einer Aktie 1,5fache Finanzprodukte zusammenkonstruiert wurden, bzw. 33% der Indexfonds aus heißer Luft bestehen. Ein gefährliches Gemisch, welches sich bei einem Crash als solches entpuppen werden.

Dies ist nur möglich, wenn Indexfonds nicht physisch sondern synthetisch unterlegt werden, welches man bei fast allen Indexfonds voraussetzen kann. Es wird zwar vehement behauptet, dass dies nicht der Fall wäre, rein praktisch gesehen ist dies aber nicht möglich. Außerdem habe ich bisher noch keinen Indexfonds gesehen, der eine synthetische Unterlegung kategorisch ausschließt (nachzulesen auf den hinteren Seiten der jeweiligen Produktbeschreibungen, auch fact sheets genannt).

Damit werden letztlich keine Märkte abgebildet, sondern Märkte aktiv gestaltet. Aufgrund des großen Erfolges der Indexfonds und der damit ausgelösten Zukäufe, befeuert durch die Zentralbanken -Liquiditätsschwemme, erhalten Unternehmen Marktwerte, welche mit rationalen Argumenten nicht mehr zu erklären sind. Ein gern gesehener Baustein dieser Indices ist z.B. die Apple-Aktie, welche man in 300 ganz unterschiedlichen Indexprodukten wiederfinden kann. Letztlich ist das auch der Grund für deren hohe Marktkapitalisierung von über 800 Milliarden US$ , also knapp einer Billion US$.

Allein schon die Tatsache, dass Apple in 300 ganz unterschiedlichen Indices vertreten ist, zeigt schon, dass es sehr exotische Indices gibt, welche mit der Abbildung DAX, EuroStoxx oder Dow Jones wenig vereinbar sind, sich aus allen möglichen Papieren zusammensetzen können und damit auf ein hohes Risiko dieser Produkte hinweisen. Ob es bei einem nicht ausbleibenden Finanzcrash genügend Käufer von Indexfonds geben wird, ist daher äußerst fraglich und könnte zu einem ähnlichen Desaster führen, wie bei den US-Subprimes, welche die Auslöser der Finanzkrise 2008 waren. Marktwerte werden dann zusammenschrumpfen wie Eis in der Tropensonne.

Allein die Tatsache, dass es mehr ETF-Indices gibt als Aktien (bei Gold dürfte dieses Verhältnis ebenfalls Gültigkeit besitzen), zeigt, dass in diesen Produkten wunderbar die Risiken, insbesondere die Bankrisiken, dieser Welt versteckt werden können und auch versteckt werden.

Bei den ETF-Anlagen zeigt sich wiederum der Herdentrieb der Anleger, angeführt von Warren Buffet, der börsennotierte Indexfonds den Anlegern empfohlen hat. Und Blackrock hat 2/3 der Kundengelder in Indexfonds investiert und hat sich damit zu einen globalen Gefährder des weltweiten Finanzsystems katapultiert.

Der nächste Finanzcrash wird daher alles bisher Bekannte bei Weitem übertreffen.

Abschließend möchte ich noch auf die diversen sehr kritischen und ablehnenden Kommentare zum Thema ETF hinweisen, welche unter „search“ und Eingabe „ETF“ abgerufen werden können.

20. August 2017

Elmar Emde

Autor des Buches “Die strukturierte Ausbeutung”

Siehe auch www.emde-fiveko.de

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