Grüne ratlos unverändert

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Wie in meinem Beitrag vom 30.6.2021 unter der Überschrift „Grüne ratlos“ dargelegt, beabsichtige ich unsere 29 Jahre alte Ölheizung durch eine umweltgerechte und CO2 -lose Möglichkeit zu ersetzen.

Da neue Öl- und Gasheizungen nach dem Willen der Grünen Partei baldigst verboten werden sollen, hatte ich die beiden Parteivorsitzenden gebeten, mir einen entsprechenden Ratschlag zu geben, da die anderen Möglichkeiten, die da wären

  • Beheizung über erneuerbare Energien /Strom, welche in der benötigen Menge nicht zur Verfügung stehen
  • Beizung über Holzpellets stoßen auch CO2 aus und würden bei vollem Einsatz die Abholzung der Wälder bedeuten, jedoch wäre die Aufholzung das Gebot der Stunde
  • Beheizung über Erdwärme, bedeutet aber über die notwendige Wärmepumpe relativ viel Strom, welcher in der Menge ebenfalls nicht zur Verfügung steht.

aufgrund der oben dargelegten Gründe nicht infrage kommen.

Nach etwa 6 Monaten und zweimaligen Bitten, mir zu antworten, erhielt ich vom „Dialogteam“ der Grünen Partei kurz zusammen gefasst folgende Empfehlungen:

Es wird auf Beheizungen mit  erneuerbaren Energien, d.h. auf moderne Heizungen mit Sonnenwärme oder  über eine Wärmepumpe und unter bestimmten Bedingungen auch mit Holz gesetzt. Darüber hinaus sollen die Wohnhäuser mit Fernwärme und /oder Geothermie beheizt  und durch eine energetische Sanierung entsprechende Wärme eingespart werden.

Diese Empfehlungen veranlassten mich zu folgenden Antworten:

Erneuerbare Energien:

Sonnenwärme:

Leider scheint die Sonne nur am Tag und nicht in der Nacht, ganz zu schweigen, wenn es Winter ist, womit entsprechende Stromspeicher / Batterien für den Nachtstrom zur Verfügung stehen müssten. In Deutschland gibt es allein insgesamt 15,853 Mio Wohnhäuser (12,45 Mio Einfamilienhäuser, 2,49 Mio Zweifamilienhäuser und 0,913 Mio Mehrfamilienhäuser), welche alle mit entsprechenden Stromspeichern /leistungsstarke Batterien dann ausgestattet werden müssten. Zu der Elektrifizierung der PkW`s (In Deutschland etwa 50 Mio PkW`s, in Europa 360 Mio ) mit leistungsstarken Batterien kämen dann allein für Deutschland noch 15,853 unterschiedlich leistungsstarke Batterien der Wohnhäuser hinzu.

Wenn man schon jetzt die Preisexplosion bei den Batteriemetallen sieht, wird die von Ihnen angefachte Nachfrage diese noch mehr verteuern und somit dieses Vorhaben in das Reich der Utopie bringen, zumal die Batterien eine nur begrenzte Lebensdauer haben und damit eine große zusätzliche Nachfrage sukzessive entstehen wird. Diese Umstände lassen schon erahnen, dass die Batterietechnik absterben wird.

Wenn man den Ausführungen von Prof. Lesch, Glauben schenken darf, hat das deutsche Stromnetz bereits jetzt nicht die notwendige Stromleistung in der BRD, um 1 Mio. Pkw`s über Nacht aufladen zu können. Diese Not wird in Deutschland noch größer, wenn die AKW`s am 31.12.2021 abgeschaltet werden. Diese Kapazitäten inkl. der auch von Ihnen abgelehnten Kohle- und Gaskraftwerke über Windräder oder PV-Anlagen zu ersetzen, ist reine Illusion, wenn man zudem noch die Ablehnung der Windräder sowie der Stromtrassen  in der Bevölkerung  bedenkt.

Wärmepumpe:

Diese Art der Beheizung hat den Nachteil, dass sie auch Strom benötigt und im sonnenarmen Winter noch mehr als im Sommer. Dieser Strombedarf kann schon jetzt nicht gedeckt werden und es ist äußerst fraglich, ob er auch in den nächsten 20 Jahren über die erneuerbaren Energien zur Verfügung steht. Das bedeutet letztlich, dass dieser Strom über die Kohle- und Gaskraftwerke, welche extrem CO2 ausstoßen, geliefert werden muss.

Außerdem sind die Kosten des nachträglichen Einbaus extrem hoch. Mein Energieberater rechnete mir etwa € 30.000 inkl. der Versuchsbohrungen vor und das mit der Ungewissheit, ob in Zukunft überhaupt der nötige Strom für die Wärmepumpe zur Verfügung steht, welcher wie die Batteriemetalle zudem extrem ansteigen wird.

Beheizung mit Holz:

Holz ist zwar eine erneuerbare Energiequelle, stößt aber beim Verbrennen das darin gelagerte CO2 aus. Darüber hinaus bedeutet das eine Abholzung der Wälder, welche aber dringend bestehen bleiben müssen zwecks Aufnahme des CO2, zumal es mindestens 20 Jahre +x  dauert, bis ein Wald mit schnell wachsenden Hölzern wieder entsteht.  Es müssten daher eher extrem viele  Wälder insbesondere in den südlichen Ländern und auch im Osten Deutschlands wieder aufgeholzt werden, welche das Klima entsprechend positiv beeinflussen und auch Wasser zwecks Vermeidung von Überschwemmungen speichern würden.

Somit ist dieser Vorschlag der dümmste, welchen ich aus Ihrer Ecke vernehmen konnte.

Beheizung mit Fernwärme:

Diese Art der Beheizung ist in den ländlichen Gebieten nicht umsetzbar. In Deutschland mit rd. 83 Mio Einwohnern, leben etwa 26 Mio. in Städten, der Rest von 57 Mio Einwohnern auf dem Lande. Somit ist dieser Vorschlag nur in den Städten umsetzbar, bedarf aber entsprechende Heizkraftwerke oder Industrieunternehmen in der Nähe, welche Abwärme produzieren, die dann über Rohre mit hohem Wärmeverlust entsprechend weitergeleitet werden müssten. Hinzu kommen die extremen Umbauarbeiten (Straßen müssen aufgerissen werden/ Kanäle verlegt werden usw.), oder man verlegt die Rohre über die Straßen, welches ein extrem schlechtes Stadtbild ergäbe und irgendwie an die Zustände der DDR erinnert. Außerdem entstehen bei den Umbaumaßnahmen extrem viel CO2. Wehe, wenn das Heizkraftwerk ausfällt oder das Industrieunternehmen aufgrund Ihrer wahnwitzigen Vorschläge ins Ausland abwandert, was dann im Winter?????

Energetische Sanierung der Wohnhäuser:

Diese kann nur erfolgen durch Auflegen von Wärmeplatten an den Außenwänden, welche entweder aus Baumaterialien oder auch aus kunststoffähnlichen Platten bestehen. Außerdem könnte man bessere Fenster mit Dreifachverglasung noch hinzufügen. Alle diese  Möglichkeiten kosten sehr viel Geld und stoßen während der Produktion extrem viel CO2 aus und dann haben Sie immer noch nicht die Gewissheit – gerade bei älteren Wohnhäusern – dass damit nicht noch Schimmelpilz zwischen altem Mauerwerk und Dämmplatten im Laufe der Jahre entsteht. Das mumsartige Aussehen des Hauses möchte ich hierbei noch gar nicht erwähnen.

Bei der hohen Anzahl der Wohnhäuser würde es zudem Jahrzehnte dauern, bis diese alle energetisch saniert werden.

Geothermie:

Sicherlich ist das der einzigste Vorschlag (wurde aber nur in einem Wort „Geo“ erwähnt), der m.E. sinnvoll ist, aber durch die Vorfälle in der Vergangenheit zu Erdbeben geführt hat und somit keinerlei Akzeptanz, auch im Nachbarland Frankreich (in der Nachbarstadt Straßburg gab es deswegen schon ein Erdbeben)  geführt hat.

Energieberatung:

Meine Erfahrungen mit den Energieberatungen waren alles andere als positiv und haben letztlich dieselben Vorschläge unterbreitet wie Ihre Partei, war letztlich hinaus geworfenes Geld. Außerdem würden Sie damit in einer Branche ein Strohfeuer entzünden mit z.T. betrügerischen Ausmaßen verbunden mit reiner Geldverschwendung.

Fazit:

Sie (die Grünen) werden ohne Öl- und Gasheizungen nicht herum kommen ohne Gefahr zu laufen, dass die Einwohner Deutschlands im Winter in ihren Wohnhäusern und Wohnungen in Winterkleidung  herumlaufen müssen. Zudem würden die Wohnhäuser extremen Schaden nehmen und feucht werden mit sehr großen Folgeschäden.

Der  Aktionsplan der Grünen  „Faire Wärme…“ konnte auch keine praxistauglichen Vorschläge unterbreiten. Dieser setzt auf zurückzugebendes Bürgergeld bei geringen CO2 Verbrauch, wie soll dies aber gemessen werden, wenn nicht über einen überbordenden Beamtenapparat (kostet extrem viel Geld) und einer extremen Überwachung der  Bürger.  Die Fairness Ihres Programm soll sich durch entsprechende Geldrückgaben ergeben, nur sind die absehbaren Kostenerhöhungen wesentlich höher als die zurückzuerstattenden Bürgergelder.

Richtig finde ich grundsätzlich, dass dabei das Verursachungsprinzip gelten soll. Bei den Mietwohnungen soll aber der Vermieter den CO2 Preis auf Wärmeenergie bezahlen. Der ist aber nicht der Verbraucher, sondern der Mieter.

Kurzum, die Grünen haben keine praxistauglichen Rezepte (Praxis fehlt Ihnen sowieso), sondern nur Illusions-Sand, welches Sie in die Augen der Wählerinnen und Wähler streuen.

Anmerkung: Trotz meines Nachhakens blieb das „Dialogteam“ bisher stumm. Toller Dialog. Ohne Öl- und Gasheizungen wird man meines Erachtens nicht auskommen. Das CO2 muss an der Quelle neutralisiert werden und da ist die Wissenschaft gefragt.

Ohlsbach, den 15.9.2021

Elmar Emde

Autor des Buches „Die strukturierte Ausbeutung“

 

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