Mindestzins statt Negativzins

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Langsam aber sicher dämmert es auch den Notenbankern, dass sie mit dem paradoxen  Negativzins zum einen nicht die gewünschte Inflationswirkung erzielt und zum anderen damit einen sehr großen Kollateral-Schaden angerichtet haben.

Letztlich hat man mit dieser allumfassenden absurden Geldpolitik die Probleme nur in die Zukunft auf andere Generationen verlagert und zudem mit dem Negativzins das wichtige und ethische und ökonomische Prinzip

Leistung und Gegenleistung 

welches unsere freiheitlichen Gesellschaft zusammen hält, pervertiert.

Gibt der Anleger einer Bank einen Kredit in Form eines Guthabens wie auch immer, muss er momentan für diese erbrachte Leistung ab einer gewissen Summe (bei einigen Banken bereits ab einem Euro) einen Negativzins bezahlen.

Wenn aber die EZB /Deutsche Bundesbank Kredite an die Banken vergibt, erhält sie einen Zins (??), das ist nicht kompatibel!!!!

Mit diesem Negativzins und der damit einhergehenden Vaporisierung des Zinsgeschäftes hat die EZB den Bausteinen unseres Finanzsystems den Baustoff entzogen. Vergleichbar wäre das, wenn man dem Bäcker das Mehl vorenthält oder dem Maurer den Zement.

Folge für die Bäcker und die Maurer wäre ein Ausweichen auf Baustoffe minderer Qualität, womit die Brote des Bäckers weniger nahrhaft, evtl. sogar gesundheitsgefährdend und die Bauwerke weniger stabil wären mit der Gefahr eines Einsturzes.

Diese Situation haben wir derzeit auf dem Anlagemarkt, das Finanzsystem ist extrem instabil geworden.

Wenn also der Negativzins nichts gebracht hat und das schon jahrelang, dafür aber

  • das Zinsgeschäft aller Finanzinstitute, eine der wichtigsten Ertragssäulen, vernichtet wurde und diese für den Zusammenhalt des Staates wichtigen Institute damit enorme Ertragsprobleme haben,
  • damit früher oder später den Finanzinstituten eine wichtige Refinanzierungsquelle entzogen wird, da dieses scheue Kapital andere Wege suchen wird,
  • die Kapital gedeckte Altersvorsorge in arge Nöten gebracht hat mit der Folge, dass der Staat und damit die Steuerzahler wieder einspringen muss und damit die Generationskonflikte weiter angeheizt werden,
  • die Anleger auf der Suche nach Rendite in obskure Investments mit hohem Risiko gelenkt werden und damit große Summen für die Zukunftsinvestitionen und die Altersvorsorge verloren gehen,
  • damit große Blasen auf dem Aktien-, ETF- und Immobilienmarkt entstehen und damit unser Finanzsystem in eine weitere große Instabilität gerät,
  • aufgrund der sehr niedrigen bis negative Zinsen gewaltige Kreditblasen und damit eine enorme und sehr ungesunde Verschuldungssituation auf breiter Front entsteht
  • usw. (siehe die zahllosen Beiträge in diesem Blog),

warum ist es nicht möglich, einen Mindestzins für Guthaben , angelehnt an dem von der EZB willkürlich festgelegten Inflationsziel von 2%, zu fixieren.

Damit würde das ethische und ökonomische Prinzip von Leistung und Gegenleistung in Minimalform wieder eingeführt und das Finanzsystem wäre wieder stabiler.

Ein solches Unterfangen ist derzeit zwar mit großen Risiken für die Kapitalmärkte verbunden, allerdings wird man diese absurde Geldpolitik auf Dauer sowieso nicht mehr aufrechterhalten können. Meines Erachtens wird die EZB durch ihre Geldpolitik gezwungen sein, sich aus diesem Korsett sukzessive zu befreien, zumal Frau Lagarde erst kürzlich freimütig – und dafür muss man ihr sehr großen Respekt zollen – zugegeben hat, dass der EZB die Instrumente ausgegangen sind.

Wie heißt es doch so schön „Lieber eine Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende“.

Andere Rezepte aus der Hexenküche der EZB, wie das verrückte Hubschraubergeld, legt nur die Ratlosigkeit der EZB-Ratsmitglieder offen.

Eines ist für mich unverständlich. Liest man die Lebensläufe aller (mir unbekannten aber mit großer Macht ausgestatteten) EZB-Ratsmitglieder, stellt man fest, dass alle mehr oder minder ein wirtschaftswissenschaftliches Studium absolviert haben mit mehr oder minderen Erfolg (kann man daraus nicht feststellen). Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass an diesen jeweiligen Hochschulen die Negativzinsen und der Ankauf von Anleihen als probates Mittel der Wirtschaftsförderung gelehrt wurden.

Hinweis: Den Inhalt dieses Beitrages habe ich allen EZB-Ratsmitgliedern zugesandt. Erhalten habe ich eine Konserve, die vermutlich schon tausendfach versandt worden ist und reines “Draghi-Bla-Bla-Bla” enthält.

Damit gewinnt man das Vertrauen der Bürger sicherlich nicht zurück.

12. Februar 2020

Elmar Emde

Autor des Buches “Die strukturierte Ausbeutung”

 

 

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