Nobelpreisträger der Ökonomie?

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Die Griechenlandkrise beschäftigt nicht nur die Europolitiker sondern auch bekannte Wirtschaftswissenschaftler mit der Auszeichnung eines Nobelpreises. Liest man deren Empfehlungen und Analysen zu diesem Dilemma Griechenland, muss man sich doch manchmal fragen, wie diese Herren zu dieser ehrenwürdigen Auszeichnung kamen.

So erhielt beispielsweise der sich ewig vordrängende Paul Krugman den Nobelpreis für die Erkenntnis, dass sich der Außenhandel nicht nur mit Ländern unterschiedlicher  Wirtschaftsstruktur lohnt, sondern auch mit Ländern gleicher Wirtschaftsstruktur. Wow, tolle Erkenntnis! Jeder, der sich nur etwas von Volkswirtschaft beschäftigt, sieht das als Selbstverständlichkeit an und ist nicht würdig für einen Nobelpreis. Siemens macht ja nicht nur Geschäfte mit VW sondern auch mit Handwerksbetrieben!

Nobelpreisträger werden gerne mit der Aura des Unfehlbaren umgeben. Deren Analysen sind für viele Gesetz und folgen diesem wie Lemminge. Das dem nicht so ist, kann man der Wirtschaftsgeschichte entnehmen.

So ist vielen die Beinahe-Pleite des Hedgefonds Long-Term Capital Management (LTCM) Ende der 90er-Jahre noch in Erinnerung, in welcher der Nobelpreisträger Myram Schole maßgeblich als Analyst gewirkt hat. Scholes ist der berühmte Wirtschaftswissenschaftler, der 1997 den Nobelpreis für die Berechnungvon Optionspreisen  erhalten hat. Das Black-Scholes-Modell ist Standard in der Wallstreet.

Oder rufen wir uns die Rede von Joseph Stieglitz, ebenfalls ein Nobelpreisträger der Ökonomie und Autor von diversen Büchern mit Bestseller-Merkmalen, in Erinnerung, welcher die Wirtschaftspolitik Venezuelas gelobt hatte, nunmehr allerdings feststellen muss, dass Venezuela trotz des immensen Ölreichtums zum Armenhaus von Südamerika geworden ist aufgrund der von Stieglitz gelobten sozialistischen Wirtschaftspolitik.

Und genau dieser Herr Stieglitz lässt  – wie die heutige FAZ berichtet – die Wut an Deutschland aus. Die Hilfskredite  hätten Griechenland  nicht erreicht, sondern seien an private Kreditgeber, darunter deutsche Banken, gegangen. Man habe zwar versucht, Griechenland zu retten, aber es gehe nicht um Geld, sondern um die Macht, den Griechen das Unakzeptierbare aufzuzwingen. Das soll sich nach seiner Meinung nicht nur auf die Austeritätsprogramme  beschränken, sondern er meint auch auf eine Politik, die schon in vielen Ländern Ungleichheit fördert und die Arbeitnehmer schwächt. Andere Ökonomen halten dagegen, dass Griechenland von Mitte 2010 bis Mitte 2014 Nettoempfänger von Geld der Troika gewesen wäre, somit nicht nur eine Umschuldungsaktion stattgefunden hätte.

Da offenbart sich bei Herrn Stieglitz eine Deutschlandfeindlichkeit, als könnte man fast meinen, Herr Stieglitz hätte zu viele Nazifilme in den USA gesehen.

Ein anderer wortgewaltiger Nobelpreisträger der Ökonomie, Herr Paul Krugman, schrieb in Kolumnen der „New York Times“ ähnliches und schlug damit in dieselbe Kerbe. Nach seinen Worten würde fast jeder, der die Entwicklung verfolgen würde, erkennen, dass Deutschlands Austeritäts-Obsession Europa an den Rand einer Katastrophe geführt hätte – fast jeder, abgesehen von den Deutschen selbst (Anmerkung: Herr Krugman hat anscheinend nicht genau den Verlauf der Verhandlungen verfolgt). Deutschland hätte das Rezept für ein Desaster in Zeitlupe geschrieben, weil sie auf Sparsamkeit  beharrt. Über unseren Finanzminister, Herrn Schäuble, meinte Herr Krugman, dass seine Position niederschmetternd sei und er in diesen fünf Jahren nichts dazu gelernt hätte.

Bei diesen Tiraden, welches auf ein Eingehen der Forderungen von Tsipras & Co. vermuten lässt, vergessen diese Herren, dass Deutschland den größten Teil der Lasten trägt und somit großes Interesse an einer Gesundung Griechenlands hat. Dieses gesunde Interesse kann man Herrn Schäuble mit Fug und Recht unterstellen und keine Machtgelüste, die gerade aus US-amerikanischen Mund doch recht seltsam klingen.

Das Verhältnis von Gläubigern und Schuldnern ist immer ein gespanntes Verhältnis, insbesondere dann, wenn der Schuldner ein linksradikaler Dilettant in wirtschaftlichen Dingen ist. Insofern muss es auch sehr stark befremden, dass diese Ökonomen aus einem liberalen Wirtschaftsumfeld so große Sympathie gegenüber einer linksradikalen Wirtschaftsideologie hegen.

Die derzeitige Adminstration in Griechenland setzt sich aus links- und rechtsradikalen Träumern, Dilettanten und Zerstörern des Vertrauens zusammen, mit denen man einfach keine vernünftigen Lösungen finden kann und somit Griechenland in nur 5 Monaten an den Abgrund geführt hat. Diese Administration pflegt eine  politische Propaganda und keine sachgerechte Darstellung der bisherigen Verhandlungsergebnisse. Eben purer Sozialismus.

Eine solche Wirtschaftsordnung passt einfach nicht in die EU.

4. Juli 2015

Elmar Emde

Autor des Buches “Die strukturierte Ausbeutung”

Siehe auch http://www.emde-fiveko.de

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