WamS und strukturierte Finanzprodukte

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Es ist doch erschreckend, wie  die Welt am Sonntag aus Gründen wie auch immer den Vertrieb von intransparenten Finanzprodukten mit ihren unkritischen Beiträgen hierzu fördert. Hierbei hat man insbesondere an den ETF`s und den Wertpapier – Sparplänen den Narren gefressen und lobt dieses letztere ebenfalls intransparente strukturierte Fondsprodukt  als das achte Weltwunder, pardon Finanzwissenschaftler sollen diese lobende Bezeichnung kreiert haben. Aber dann bitte schön den Ross und Reiter der Finanzwissenschaftler nennen. Zu den Fonds-Sparplänen wurde mit Beitrag vom 6.9.2017 und der Überschrift „ Fondssparpläne, ein Ausbeutungsprodukt“  in diesem Blog bereits kritisch Stellung bezogen. Anlass hierzu war ebenfalls ein Beitrag in der WamS.

In der heutigen Ausgabe findet man einen Beitrag von Daniel Eckert und Holger Zschäpitz mit der Schlagzeile „Mit kleinen Beiträgen zur MILLION“  und bezeichneten dabei das Finanzprodukt ETF als eine epochale Erfindung, welches der Präsident der Bafin, Herr Felix Hufeld, allerdings als brandgefährlich in einem Interview mit dem Handelsblatt bezeichnet hatte. Die Beschreibung wie man mit kleinen Beträgen zur Million hätte kommen können, kann man nur mit „hätte , hätte Fahradkette“ kommentieren.

Zum Thema Risiko oder wie sich so ein ETF zusammensetzt, findet man keinen Hinweis, würde auch nicht zur epochalen Erfindung passen. (Anmerkung: in diesem Blog wurde am 9.9.2017 das Risiko eines ETF mit dem Beitrag „ETF`s, ein Derivate Misch-Masch“ dargelegt).

Oder vielleicht doch, wenn sich beim nächsten Finanzcrash herausstellt, dass die meisten ETF`s auf heißer Luft basieren, sich daher in Luft aufgelöst haben und somit zu einer epochale Erfindung der Vermögensvernichtung geworden sind. Da es zwischenzeitlich z.B. in Übersee mehr Indices als Aktien gibt (sh. Beitrag „ETF`s = heiße Luft“ vom 20.8.2017“), d.h.  rd. 4.000 Aktien stehen rd. 6.000 Indices  gegenüber, muss jedem klar sein, was das bedeutet. Verwunderlich ist nur, dass Herr Zschäpitz über diesen beängstigenden Boom in einem lesenswerten Artikel am 20.8.2017 in der WamS berichtet hat und nunmehr dieses Misch-Masch-Produkt in den Himmel hebt.

Zwei Seiten vor diesem heutigen Artikel findet man eine sicherlich nicht preiswerte viertelseitige Anzeige der scalable capital, welche als Dachfonds für ETF`s auf dem Markt auftritt und ihr Produkt als non-plus-ultra Finanzprodukt darstellt. Eine etwas seltsame Koinzidenz. Ein Schelm, wer etwas Böses dabei denkt.

Übrigens, das Aushängeschild von scalable capital, Herrn Prof. Dr. Stefan Mittnik, habe ich bereits vor vielen Wochen gebeten, sein Risikomanagement doch etwas näher zu erläutern. Weder aus den Ausführungen in den bisherigen Anzeigen noch deren Homepage geben hierzu wenig Auskunft und stützen sich auf ein technisches Risikomanagement, welches bei den Banken nicht besonders gut wirkte (sh. hierzu Beitrag vom 1.10.2017 ” Scalable Capital, Ein Risikobetrachtung”)

12. November 2017

Elmar Emde

Autor des Buches “Die strukturierte Ausbeutung”

Siehe auch www.emde-fiveko.de

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