Zentralbanksozialismus: Fortsetzung

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Anmerkung vorab: Erster Beitrag mit der Überschrift “Zentralbanksoziallismus” erschien in diesem Blog am 20. Juni 2015.

In diesem Blog habe ich nie einen Hehl aus der meines Erachtens katastrophalen EZB-Geldpolitik gemacht, welche uns alle in unserer Lebensweise  sukzessiv  sehr negativ beeinflusst und noch beeinflussen wird.

Durch die konzertierte Politik der Zentralbanken wurden Anlagenotstände geschaffen, wie sie die Welt bisher noch nicht gesehen hat und die Anleger in hohes Risiko treibt. Unsere Lebensvorsorge wird damit immer stärker untergraben und wird uns alle in die Armut führen zu Gunsten Weniger, die davon in hohem Maße profitieren. Und leider wird diese Politik noch immer verschärft.

In der Ausgabe der “Welt am Sonntag” vom 21. August 2016 mit der Schlagzeile “Wie die Notenbanken die Börse verstaatlichen” wurde über die Investitionspolitik der Schweizerischen Nationalbank berichtet, welche in den ersten Monaten dieses Jahres  amerikanische Aktien im Wert von über US$ 20 Milliarden  gekauft hätte. Insgesamt würden sich deren Investments auf ca. US$ 62 Milliarden belaufen und zwar u.a. in Aktien von Apple (US$ 1,5 Milliarden), in Aktien von Exxon Mobile(US$ 1,2 Milliarden), und Microsoft (US$ 1,1 Milliarden), letztlich in das gesamte who is who  der US-Wirtschaft. Die  Schweizerische Notenbank wäre somit zum Großaktionär der Wall Street aufgestiegen.

Damit wurde auch erklärt, warum trotz Verkäufe von Anlegern, Hedgefonds und institutionellen Anlegern der Dow Jones neue Höchststände erreicht hat.

Ähnlich aber noch schlimmer sieht es in Japan aus. Die japanische Notenbank kauft schon seit Jahren (war mir neu) einheimische Aktien in Form von “börsengehandelten” (?) ETF`s auf. Inzwischen sollen der japanischen Notenbank zwischen  60% bis 70% aller japanischen ETF-Anteile gehören.

Es ist daher nur eine Frage der Zeit, wann Herr Draghi im Rahmen “whatever it takes” auch in diesem Fahrwasser schwimmen wird und spätestens bei einem sich abzeichnenden Aktiencrash, welcher durch die von ihm geschaffene künstliche Liquiditätsschwemme nicht ausbleiben wird, auch zum Mittel des Aktienkaufs “whatever it takes” greifen wird.

Es sei daran erinnert, dass die Mittel zum Kauf dieser Investments und zur Schaffung des Anlagenotstandes oder besser ausgedrückt zur Eliminierung des Marktes  nicht erarbeitet, sondern einfach gedruckt wurden und weiterhin werden. Das ist typisch für eine sozialistische Gesellschaftsordnung,  zu der die Zentralbanken mit ihrer Investmentbankideologie anscheinend hin wollen.

Es wird Zeit, dass die Politik dieser sich abzeichnenden Gesellschaftsveränderung Einhalt gebietet. Diese ist aber durch die künstliche Staatsfinanzierung über die EZB / die Zentralbanken befangen. Wen wundert es dann, wenn damit Munition für das rechte politische Spektrum geschaffen wird.

21. August 2016

Elmar Emde

Autor des Buchse “Die strukturierte Ausbeutung”

siehe auch www.emde-fiveko.de

 

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