Coco Bonds

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Die Bezeichnung „Coco“  steht für „ Contingent Convertibel Bonds“ und erinnert sofort an eine „Cocosnuss“ mit einer harten Schale und einem köstlichen Inneres. Bei näherer Betrachtung dieses strukturrieten Finanzproduktes handelt es sich in der Tat um eine harte Nuss, der Inhalt wird aber vielen Anlegern nach dem ersten Genuss weniger köstlich erscheinen.

Die Wortschöpfung der Investmentbanker ist schon erstaunlich und schafft es immer wieder, hoch gefährlichen Anlageprodukten ein sympathisches Inneres zu geben.

Bei den Cocos handelt es sich um langfristige und nachrangige Anleihen mit Verlustbeteiligung und sollen den Banken als Eigenkapitalersatz dienen und zwar dann, wenn eine bestimmte  Eigenkapitalquote unterschritten wird. Ist dies der Fall, werden die Anleihegläubiger automatisch zu Aktionären dieser Bank ohne Wandlungsrecht des Anleihegläubigers, bzw. dann so lange wertlos, bis sich diese Bank wieder erholt hat.

Da es sich letztlich um ein Risikopapier handelt, werden dies Cocos mit weit über dem Markt liegenden Zinskoupons ausgestattet. Bei der Deutsche Bank waren es 7,5%, welches in etwa  dem Zinsniveau  der mittelständischen Unternehmensanleihen entspricht mit ebenfalls hohem Risiko.

Bei solchen Anleihen, welche als typischen Kreditersatz auch angesehen werden müssen, ist die Analyse der Bonität des Emittenten extrem wichtig. Allerdings fällt eine solche Analyse der Banken äußerst schwierig, zumal die Anleihebestimmungen sich nur auf die Höhe des Kernkapitals beziehen, welche bis dato immer noch von den Banken und ihre Risikorichtlinien bestimmt werden können (sh. Ausführungen zu Kernkapital der Banken).

Zusammenfassend bleibt anzumerken, dass die Bilanzen der Banken an Kryptographie nicht zu überbieten sind und deren seriöse Analyse somit nahezu unmöglich ist. Selbst die Wirtschaftsprüfer der Großbanken haben die Risiken und die damit heraufziehende Finanzkrise nicht erkennen können. Wie soll das dann die Anleger?

November 2014

Elmar Emde

Autor des Buches “Die strukturierte Ausbeutung”

Siehe auch http://www.emde-fiveko.de

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