Corporate Finance

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Geschäftsfelder Investmentbanken: In diesem Bereich werden die Kunden hinsichtlich Finanzierung des Unternehmens beraten. Zwischenzeitlich benennen die Banken auf neudeutsch auch damit deren Firmenkundenabteilungen. Ziel ist hierbei – oder sollte es sein – dem Unternehmen eine kostengünstige und zweckmäßige Kapital­struktur zu verschaffen. Dies erreicht man zum Beispiel durch Emissionen von Aktien insbesondere bei Börsengängen oder An­leihen oder auch bei Unternehmensübernahmen oder Abwehr von feindlichen Gelüsten anderer Unternehmen. Insofern kooperieren M&A und Corporate Finance in solchen Fällen.

Um beim Beispiel Übernahme Kraft Foods durch Philip Morris zu bleiben, konnte der Kaufpreis von US$ 11,6 Milliarden durch Philip Morris alleine durch Eigenkapital nicht aufgebracht werden. Man beauftragte daher eine Bank (lead agent) damit, die Kreditsumme von US$ 11,6 Milliarden durch ein Bankenkonsortium finanzieren zu lassen. Neben dieser lead bank gab es dann noch weitere Co Lead Banken, welche über diverse Provisionen im Bereich unter 1 % gemessen an der jeweiligen Transaktionssumme von US$ 11,6 Milliarden verdienten.

Diese „Lead Banken“ hatten die Aufgabe, weltweit Banken zu eruieren, welche sich an dieser Transaktion evtl. beteiligen wollen. Als Grundlage hierfür dienten Kredit- Exposés, in welcher alle Daten zusammengefasst waren, also Ausführungen zu Umsatz, Gewinn, Bilanzverhältnisse, Zukunftsaussichten = Businesspläne usw. der Kombattanten zwecks Analyse des Kreditrisikos. Meines Wissens nahmen insgesamt über 125 Banken an dieser Finanzierung teil, welche den finanzierenden Banken entsprechende Zinserträge und Provisionen einbrachten. Das Finanzierungskonstrukt war insgesamt recht komplex, der Einfachheit halber beschränke ich mich nur auf diese kurze Beschreibung.

Insgesamt kann man aber festhalten, dass die Finanzindustrie an diesem Deal etwa 5-8 % + x verdient und letztlich das übernehmende Unternehmen Philip Morris zu tragen hatte.

In diesem Fall ging die Übernahme gut, in anderen Fällen kam es aber nicht selten vor, dass solche Übernahmen als Konsequenz den Zusammenbruch des neu geschaffenen Unternehmens zur Folge hatten. Studien zu M & A beziffern den Misserfolg auf rund 2/­3 aller Transaktionen. (Quelle: Wikipedia).

Über den Sinn und Unsinn solcher Übernahmen, welche meistens die Streichung vieler Arbeitsplätze, eine Fokussierung des Markt­angebots auf nur wenige Anbieter und damit eine schleichende Monopolisierung, der Tod jeder sozialen Marktwirtschaft, zur Folge haben, wird die Geschichte noch zu urteilen haben.

Juli 2013

Elmar Emde

Autor des Buches “Die strukturierte Ausbeutung”

Siehe auch http://www.emde-fiveko.de

 

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