Krypto-Onecoin ein Fanal

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Gier siegt über Vernunft:

Es ist doch immer wieder interessant, aber auch frustrierend, wie die Gier über die Vernunft siegt. Das beste Beispiel sind die Kryptowährungen, insbesondere der Onecoin (Handelsblatt Artikel vom 31.5.2022).

Am Landgericht Münster findet derzeit ein Prozess bzw. die strafrechtliche Aufarbeitung des milliardenschweren Betrugs um die Kryptowährung Onecoin statt. Insgesamt sollen mehr als vier Milliarden  Euros im Feuer stehen und verschwunden sein. Ruja Ignatova, die deutsch-bulgarische Erfinderin des Onecoin, welcher angeblich den Bitcoin – meines Erachtens ebenfalls eine Luftnummer – ablösen sollte, ist inzwischen untergetaucht, man vermutet mit Hilfe russischer Verbindungsleute (Ein Schelm wer hier böses denkt).

Hohe Komplexität überfordert das Gericht:

Aufgrund der damit verbundenen sehr hohen Komplexität, welcher verschiedene ehrenamtliche Richter (Schöffen)  anscheinend nicht mehr folgen konnten, verbunden mit diversen Krankheitsausfällen dieser Richter, scheint die strafrechtliche Aufarbeitung dieses Betrugsfalles vor einem entscheidenden Rückschlag und somit vor einer Aussetzung zu stehen, bzw. ins Leere zu laufen.

Man kann jetzt sicherlich voraussetzen, dass die Richter, auch die ehrenamtlichen, in Deutschland intelligente und Fakten basierte Menschen sind. Wenn aber selbst diese die Sachverhalte dieses komplexen Falles nicht mehr ermessen können, muss man sich fragen, ob die vielen gierigen Anleger diesen Sachverhalt jemals verstanden haben und sich anscheinend nur auf beschwichtigende Äußerungen obskurer Beteiligter verlassen haben.

Besonders bezeichnend für solche gehirnlosen Anleger war aufgrund der Aussetzung des Prozesses die wütende Äußerung eines 66-jährigen Geschädigten, der sich eigentlich erhofft hatte, dass er über diesen Prozess sein Geld aus den Onecoins eines Tages wiederbekommt.

Hätte er doch sein Gehirn früher in Gang gesetzt, dann wäre ihm das mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht passiert.

Kryptowährungen leben von der Gier:

Bei den anderen Kryptowährungen sieht es nicht viel besser aus. Obwohl diese Anlagen sehr sicher sein sollen, wurden schon bis zu einer Milliarde Euros in Form von Bitcoins regelrecht geklaut. Ganz abgesehen von den extremen Kursschwankungen juckt es vermutlich vielen in den gierigen Fingern und lassen sich wider besseres Wissen auf solche Schrottanlagen ein.

Zu beobachten ist dieses Verhalten allerdings sehr oft. Anstatt vernünftig an ein Anlagegeschäft/Investment heran zu gehen und primär die Sicherheit anstatt die Rendite zu sehen, glauben viele Anleger, die Risiken selbst sehr gut ermessen zu können und investieren wie wild drauf los. Ist das Kind dann in den Brunnen gefallen und das investierte Geld im Nirvana verschwunden, sind die Klagen groß nach dem Motto “…hätte ich doch nur”. Und zu Guter letzt, wird damit noch die Allgemeinheit in Form von teuren Prozessen belastet und wiederum ertönt der  Ruf nach dem Staat

Gier frisst Verstand, mal wieder!!

Ohlsbach, den 31.5.2022

Elmar Emde

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