Negativzinsen und die Deutsche Bundesbank

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Es ist doch erstaunlich, wie Mitglieder der Deutschen Bundesbank die Investmentbanking-Denke adoptiert haben, eine Denke, welche die Welt in den letzten 20 Jahren schon zweimal an den Rand des Abgrund geführt hat und immer noch führt, bzw. als  Hauptursache für die Finanzkrise in 2008 unbestreitbar gilt.

Auf einer Tagung einer bekannten Wirtschaftszeitung äußerte  der  Bundesbankvorstand Herr Dombret doch tatsächlich die Meinung, dass er sich nicht an der Einführung von Negativzinsen stören würde, sie sogar befürwortete, um die von ihm konstatierte Ertragsschwäche der deutschen Banken u.a. zu verbessern.

Jetzt kann man darüber philosophieren, ob die Negativzinsen die Erträge der deutschen Banken merklich erhöhen, zumal in verschiedenen Kreditbereichen wie Girokredite, Überziehungskredite und Kredite an schwächere Bonitäten zwischenzeitlich zweistellige Margen eingefahren werden, die früher undenkbar waren.

Aber  Herr Dombret hat dieses Kreditgeschäft gar nicht im Fokus, er sieht sogar in der Konzentration auf zinsabhängige Geschäfte, also im Kreditgeschäft, den Grund für die Ertragsschwäche.

Damit legt er den Banken nahe, in das provisionsträchtige Bank-Investmentgeschäft vermehrt einzusteigen. Im Umkehrschluss heißt das, weniger Kreditgeschäft, dafür mehr Provisionsgeschäft mit natürlich den strukturierten Finanzprodukten, womit sich hohe Provisionserträge erzielen lassen, welcher der Anleger bezahlen muss. Da aber die strukturierten Finanzprodukte auf Kreditgeschäfte basieren, frage ich mich, wie das gehen soll?

Macht man sich über den Lebenslauf von Herrn Dombret im Internet schlau, wird einem schnell klar, warum Herr Dombret solche Thesen vertritt. Bevor er  Bundesbankvorstand wurde, war er Vizepräsident des Bank of America Global Investment Banking u.a. in Europa, dem Nahen Osten und Afrika und Co-Head of Rothschild, einer „durch-und-durch-Investmentbank“. Zuvor verbrachte er  10 Jahre bei JP Morgan in London/Frankfurt in der Investmentbanking Abteilung usw. usw. Herr Dombret ist also ein Investmentbanker bis in die Haarspitzen und ich frage mich, was eine Investmentbankideologie, welche nur den Verkauf von Finanzprodukten  im Sinn hat, im Bundesbankvorstand zu suchen hat.

Aber wen wundert es, der EZB-Präsident, Herr Draghi, ehemaliger Vizepräsident von Goldmann Sachs, ist ja auch einer.

Übrigens, bei seiner Erkenntnis der Ertragsschwäche der deutschen Banken hat er sich auf eine Studie von Bain, eine international tätige Beratungsgesellschaft im Investmentbanking gestützt. Was soll da anderes heraus kommen.

3.Dezember 2014

Elmar Emde

Autor des Buches “Die strukturierte Ausbeutung”

Siehe auch http://www.emde-fiveko.de

 

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