Professorale Anlageempfehlungen: Vorsicht!

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In der Wochenendausgabe des Handelsblattes Anfang August d.J.  befand sich ein Beitrag unter der Schlagzeile „ Sind Aktien ein Ausweg?“.

Darin wurde Herr Professor Stotz von der Frankfurt School of Finance zitiert, wonach die Anleger bei Aktienanlagen noch nie Verluste gemacht hätten, wenn sie über sehr lange Zeiträume kontinuierlich investiert haben.

Damit sollen anscheinend unsichere Anleger von einem Professor dazu animiert werden, Aktien zu kaufen nach dem Motto „ wenn ein Professor das sagt muss es letztlich kein allzu großes Risiko sein, man muss nur langfristig bei der Stange bleiben“.

Hierzu möchte ich auf den Nikkei-Index hinweisen, der seinen Höchststand am 26.12.1989 mit 38.681 Punkten hatte, diesen Höchststand aber in den darauf folgenden 30 Jahren nicht wieder erreichen konnte, per 2.8.2019 einen Stand von 21.087 bzw. per 11.9. von 21.597,76 auswies und  sich in den letzten Jahren um die 20.000er-Marke bewegte. Diesen Umstand hätte der Wirtschaftsprofessor eigentlich wissen müssen.

Wehe dem, der in den 80er Jahren auf einen solchen professoralen Rat wie diesen von Herrn Prof. Stotz gesetzt hatte.

Auch finde ich es schon etwas verwunderlich, dass Herr Stotz in diesem Beitrag die ETF`s hochhielt, müsste er doch als Wirtschaftsprofessor einer Finanz-Hochschule wissen, dass diese zu einem großen Teil nur synthetisch/derivativ hinterlegt sind und somit zu einer weiteren Aufblähung des weltweiten Derivate-Marktes geführt haben. ETF`s sind die neuen Subprimes und bei Crash-Szenarien die Brandbeschleuniger in einer Abwärtsspirale. Es bleibt auch zu vermuten, dass die Deutsche Bank ihre neuerliche Bad Bank mit solchen lang laufenden und abschreibungspflichtigen Derivaten  bestücken wird bzw. loswerden will.

Ich wundere mich schon sehr oft über Verlautbarungen von  Mitgliedern der Privathochschule Frankfurt School of Finance, welche doch sehr nahe an den Marketingäußerungen der Banken liegen. Es bleibt somit zu vermuten, dass die Banken die Privathochschule Frankfurt School of Finance in einem doch sehr tendenziösen Maße beeinflussen.

Wer genau die Träger Ihrer Hochschule sind, konnte ich im Internet nicht eruieren. Meine diesbezügliche Frage an Herrn Stotz blieb leider bis dato unbeantwortet. War vermutlich nicht „wissenschaftlich“ genug.

11. September 2019

Elmar Emde

Autor des Buches “Die strukturierte Ausbeutung”

 

 

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